Husten: Begleiterscheinungen

Schmerzen beim Husten (unter der Brust)

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Schmerzen beim Husten (Tussis), welche unter der Brust bzw. hinter dem Brustbein (retrosternal) verspürt werden, können durch heftigen, chronischen Husten selbst verursacht werden oder aber durch einen entzündlichen Prozess im Retrosternalbereich. Weitere Möglichkeiten für Schmerzen in dieser Region sind Herzerkrankungen oder eine gastroösophageale Refluxerkrankung.[1]

Im Folgenden sollen die Medizinischen Fakten, der biologische Zusammenhang und Tipps in Verbindung mit Schmerzen beim Husten erläutert werden.

Medizinische Fakten

Die Art des Schmerzes unter der Brust hilft, die Ursache ausfindig zu machen.

Wird der Retrosternalschmerz in der Mitte der Brust verspürt und als diffus beschrieben, könnte es sich um ein kardiologisches Geschehen handeln. Eine Ausstrahlung des Schmerzes in Arm, Kiefer, Schulter oder Hals ist hierbei häufig vertreten. Meist wird der Schmerz als einengend und würgend empfunden. Tritt der Schmerz vor allem bei körperlicher Anstrengung wie zum Beispiel Husten auf und bessert er sich bei Ruhe, kann eine Herzerkrankung nicht ausgeschlossen werden. Oft verbunden mit Herzerkrankungen ist Luftnot (Dyspnoe).

Wird der Schmerz als gut lokalisierbar und peripher bezeichnet, d.h. nicht direkt in der Mitte der Brust, ist ein kardiologisches Geschehen eher unwahrscheinlich. Hier spielen andere Ursachen wie eine gastroösophageale Refluxerkrankung, Lungenerkrankungen (Bronchitis, Tracheitis), Muskelerkrankungen oder neurologische Erkrankungen eine Schlüsselrolle. Bei diesen Erkrankungen wird der Schmerz oft als stechend und scharf beschrieben und strahlt meist nicht aus. Meist treten die Beschwerden spontan auf und sind nicht mit körperlicher Aktivität verbunden sondern eher mit Körperhaltung und Atmung [2]

Biologischer Zusammenhang

Schmerz entsteht im Körper durch die Reizung frei liegender Nervenendigungen durch verschiedenste Faktoren. Treten die Schmerzen, wie etwa bei Herzerkrankungen, in der Mitte der Brust auf, liegt dies an dem Ursprung des irritierten Nervengeflechts (Plexus cardiacus) an der Herzbasis, welches Herz und Mediastinum (Mittelfellraum) innerviert.

Kommt es im Zuge einer Herzerkrankung zu Sauerstoffarmut (Ischämie) im Gewebe, werden Nervenendigungen des Plexus cardiacus gereizt, sensible Nervenfasern leiten die Erregung an das Gehirn weiter und der Schmerz wird bewusst.

Im Zuge einer gastroösophagealen Refluxerkrankung ist der Mechanismus ein anderer. Ursachen für diese Erkrankung sind Abnormalitäten im Tonus des unteren Ösophagussphinkters, diätetische Faktoren, Hernien sowie verminderte ösophageale Perstaltik. Diese Faktoren begünstigen, dass saurer Mageninhalt retrograd vom Magen in den unteren Teil der Speiseröhre fließen kann. Der saure pH Werte der Magensäure führt zur Irritation der Ösophagusschleimhaut, wodruch Schmerz unter der Brust verspürt wird. [1]

Husten verstärkt zusätzlich die retrosternalen Schmerzen einer Refluxerkrankung, da durch die beim Husten aktivierte Bauchpresse der intraabdomiale Druck steigt. Dadurch wird infolge mehr Druck auf den Magen ausgeübt, wodurch Mageninhalt leichter in die Speiseröhre entleert werden kann.

Lungenerkrankungen wie Bronchitis oder Tracheitis werden häufig durch bakterielle Infektionen der Atemwege verursacht. Husten dient in diesem Fall als Kompensationsmechanismus des Körpers, um die Erreger loszuwerden.

Tipps

Bei Schmerzen unter der Brust sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, da diese Symtome bei vielen Erkrankungen präsentiert werden und nicht immer ungefährlich sind.

Bei Erkrankungen der Bronchien und Lunge, welche auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen sind, besteht die Gefahr einer Superinfektion. Die gastroösophageale Refluxerkrankung kann unbehandelt in eine Vorstufe des Ösophaguskrebs (Präkanzerose) übergehen, weshalb eine ärztliche Abklärung indiziert ist. [2]