Husten: Begleiterscheinungen

Husten ohne Auswurf + Atemnot

© PantherMedia / Edyta Guhl

Trockenem Husten können unterschiedlichste Ursachen und löst für Gewöhnlich wenig Besorgnis bei Betroffenen aus. Kommt jedoch vorübergehende Atemnot hinzu ändert sich das schnell dramatisch. Sind andere Grunderkrankungen bekannt lässt sich jedoch leichter die Ruhe bewahren und im tatsächlichen Notfall Hilfe zu alarmieren.

Medizinische Fakten

Zuerst muss zwischen chronischem und akutem trockenem Husten unterschieden werden. Akuter trockener Husten tritt meist im Rahmen eines akuten, viralen Atemwegsinfekts (akute Bronchitis) oder durch Inhalation von Reizstoffen (Gaste, Rauche, Aerosole) auf und kann eventuell zu Episoden mit Atemnot führen. [1]

Weitere mögliche Ursachen für Atemnot bei trockenem Husten sind eine Lungenembolie sowie eine Lungenstauung bei Linksherzinsuffizienz. Hält ein Husten initial mehr als 3 Wochen ist immer eine umgehende Abklärung durch einen Internisten oder Allgemeinmediziner erforderlich! [2]

Chronischer, trockener Husten mit Luftnot kann durch Asthma Bronchiale ausgelöst werden und verschlimmert sich häufig unter Belastung. Meist tritt dann auch die Atemnot auf. Inhalative Medikamente zur Erweiterung der Bronchien können hier Abhilfe schaffen.

Darüber hinaus gibt es etwa 350 Medikamente die der Lunge schaden ( eine Liste gibt es auf www.pneumotox.com) und Husten mit Atemnot auslösen können. Im Zweifel um Medikament induzierte Beschwerden sollte auch hier immer ein Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden.

Biologischer Zusammenhang

Akuter Husten durch Bronchitis:

Der Befall der Atemwegsschleimhäute durch einen Erkältungsvirus (meist Adeno-, Rhino- oder Coronaviren) löst am betroffenen Areal eine Entzündungsreaktion aus.

Über chemische Signalstoffe werden dabei die Gefäße in unmittelbarer Umgebung des befallenen Areals weitgestellt, sodass mehr Immunzellen mit den Blutstrom zum Ort der Entzündung gelangen können. Gleichzeitig werden die Gefäßwände durch den nun vergrößerten Durchmesser ausgedünnt, was es den verschiedenen Zellen der Immunabwehr erleichtert, in das infizierte Gebiet auszuwandern. Es kommt zu Rötung, Schwellung, sowie Husten und Schmerzen.

Lungenembolien entstehen wenn ein Blutpfropf in das extrem dünne und weitverzweigte System der Lungengefäße gelangt und dort einzelne Abschnitte der Lunge von der Blutversorgung abschneidet. Diese Unterversorgung mit Blut führt zur Auslösung eines Reflexes, der undurchblutete Lungenabschnitte von der Versorgung mit Atemluft abschneidet in dem sich dessen kleinste Luftwege (Bronchiolen) zusammenziehen. Dies führt einerseits dazu, dass kein Sauerstoff verschwendet wird und andererseits zu trockenem Husten mit Atemnot führt.

Lungenstauungen entstehen wenn die linke Herzkammer, deren Aufgabe es ist das mit Sauerstoff angereicherte Blut über die Aorta in den Körper zurück zu pumpen, aus mangelnder Kraft (Herzinsuffizenz) zu wenig Blut befördert und zu viel in der Kammer zurücklässt. Dadurch entsteht ein Rückstau an Blut vor dem Herzen welcher bei voranschreitender Herzschwäche bis in die Lunge reicht, dort die Gefäße dehnt und reizt und den Husten mit Atemnot auslöst.

​​Zu Beachten

Bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente und familiärer Vorbelastung mit Asthma und Erkrankungen des Herzkreislaufsystems sollte frühzeitig mit einem Arzt über Anpassung der Therapie gesprochen werden.

Kommt es nach außergewöhnlich langer Bettlägerigkeit, wie z.B. nach Operationen oder längeren Infekten zu extrem plötzlich einsetzendem trockenen Husten mit Atemnot schnell zu reagieren und einen Notarzt alarmieren.