Husten: Begleiterscheinungen

Husten + Zwerchfellscherzen

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Die Kombination von Husten und Zwerchfellschmerzen sind gerade bei einem länger anhaltenden starken Husten nichts Ungewöhnliches. Dabei ist das schmerzende Zwerchfell in der Regel eine Folge des vermehrten Hustens. Die Ursachen hierfür können wiederum vielfältig sein.

In diesem Artikel soll es um wesentliche medizinische Fakten, sowie den biologischen Zusammenhang von Husten und Zwerchfellschmerzen gehen.

Medizinische Fakten

Im Rahmen eines grippalen Infekts oder einer Erkältung ist Husten eines der Hauptsymptome. Ist der Krankheitsverlauf moderat, bleibt es bei gelegentlichem Husten, bei Schnupfen und Heiserkeit. Gestaltet sich der Verlauf der Erkrankung als schwerwiegender, ist starkes und häufiges Husten die Regel. Das obere Atemsystem, das vielfach von Viren und Bakterien attackiert und so Manifestationsort einer Atemweginfektion wird, reagiert sensibel auf exogene Noxen. Husten als Schutzreflex ist dabei eines der wirksamsten Mittel des Körpers, um einer Verlegung der Atemwege entgegen zu wirken. Muss häufig und stark gehustet werden, kann die Folge ein Muskelkater des Zwerchfells sein.

Biologischer Zusammenhang

Das Zwerchfell (Diaphragma) ist eine Muskel-Sehnen-Platte und trennt die Brusthöhle (Cavitas thoracica) und den Bauchraum (Abdomen) voneinander. Es liegt unterhalb der Lunge und stellt den wichtigsten Atemmuskel dar. Im Lichtmikroskop könnte man eine für diesen Muskeltyp charakteristische Querstreifung erkennen, weshalb es der Gruppe der quergestreiften Skelettmuskulatur zugeordnet wird. Histologisch bilden hier regelmäßige Muskelfasern die zellulären Grundbausteine.[1] Dauerhaft starkes Husten stellt für das Zwerchfell mit der Zeit eine Überbelastung dar. Das führt dazu, dass es in den Muskelfasern zu Mikroläsionen kommt. Nun resultiert eine Entzündungsreaktion und ein Anschwellen der Muskelfasern, was sich nach gewisser Zeit als Muskelschmerzen manifestiert.[2] Muskelkater des Zwerchfells ist die Folge.

Zu beachten

Muskelschmerzen des Zwerchfells als Ergebnis starken und häufigen Hustens sind erst einmal unbedenklich. Die Schmerzen sollten kurze Zeit nach Abklingen des Hustens ebenfalls verschwinden. Sind Zwerchfellschmerzen nicht mit Husten assoziiert bzw. Muskelfaserläsionen durch Überbelastung können ausgeschlossen werden, muss auch eine ernsthaftere Ursache mit ins Auge gefasst werden und der Besuch in einer internistischen Praxis ist angezeigt. Im Verlauf anderer Erkrankungen kann eine Beteiligung des Zwerchfells auftreten. So sind in der medizinischen Fachliteratur unter anderem Fälle bei systemischen Muskelerkrankungen,[3] bei Einschlusskörper-Myositis [4] oder bei Sarkoidose [5] beschrieben worden. Hierbei äußerte sich allerdings in der Regel die Zwerchfellbeteiligung in erster Linie nicht in spezifischen Zwerchfellschmerzen, sondern in eingeschränkter Atemtätigkeit und Atemnot (Dyspnoe). Auch sind Schmerzen des Zwerchfells nicht Teil der üblichen klinischen Präsentation bei einer Verlagerung von Magenteilen durch das Zwerchfell hindurch (Hiatus Hernien). Isolierte Entzündungen des Zwerchfells (Diaphragmitis) treten insgesamt nur sehr selten auf.