Husten: Begleiterscheinungen

Schmerzen beim Husten (linke Seite)

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Schmerzen beim Husten in der linken Körperseite sind ein sehr unspezifisches Symptom und können eine Vielzahl von Ursachen haben. Sind die Schmerzen im Oberkörper lokalisiert muss primär an eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder Rippenfellentzündung (Pleuritis) gedacht werden. Bei Schmerzen unterhalb des Zwerchfells, kommt eineMilzvergrößerung (Splenomegalie) oder ein Milzinfarkt in Betracht. [1]

Im Folgenden sollen einige Ursachen für linksseitige Schmerzen bei Husten erörtert werden und dabei ein grundlegendes Verständnis der Entstehung dieser Symptomatik vermittelt werden.

Medizinische Fakten

Linksseitige Schmerzen im Brustkorb bei Husten sind immer verdächtig für eine einseitige Lungenentzündung. Insbesondere im Zusammenhang mit einer sog. Begleitpleuritis, eine Rippenfellentzündung, tritt diese Symptomatik auf. Pleuritiden kommen häufig als Folge einer Infektion des Bronchialsystemsvor. Folglich dominiert eine Begleitsymptomatik wie Fieber, Abgeschlagenheit und Husten ggf. mit Auswurf. Sofern die Rippenfellentzündung isoliert auftritt imponieren starke atemabhängige Schmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Druckgefühl bis hin zu Atemnot kommen. [2]

Eine mögliche Ursache von einseitigen Schmerzen bei Husten kann ein Verschluss eines Lungengefäßes (Lungenarterienembolie, LAE) sein. Diese ist jedoch bei bisher gesunden Patienten äußerst ungewöhnlich und kommt in der Regel als Komplikation bei schwerwiegenden Verläufen von langwierigen Herz-Kreislauferkrankungen vor. Zu der LAE gehört neben Husten und atemabhängiger Schmerz, eine Fülle verschiedener Symptome, u.a.: Bewusstlosigkeit, Bluthusten (Hämoptysen), Luftnot (Dyspnoe), Herzrasen (Tachykardie).[4]

Für linksseitige Schmerzen unter Husten kann auch die Milz ursächlich sein. Nicht selten kommt es bei einer Infektion wie Toxoplasmose oder Röteln, Lebererkrankungen, Leukämie oder Blutarmut (Anämie) zu einer Vergrößerung der Milz (Splenomegalie). Das Kardinalsymptom ist der linksseitige Schmerzen unter dem Rippenbogen, wobei ggf. eine Begleitsymptomatik, nach der Grunderkrankung variierend, vorliegen kann. Liegt ein Milzinfarkt durch den Verschluss eines Milzgefäßes vor, so führt dies zu signifikanten atem- oder hustenabhängigen Schmerzen.[5]

Erkrankungen anderer Bauchorgane, wie des Magens oder der Bauchspeicheldrüse, können ebenfalls für diese Symptomatik ursächlich sein, sind jedoch untypisch.

Biologische Zusammenhänge

Schmerzen auf Grund einer Pleuritis entstehen durch eine Entzündung von den aneinander liegenden Lungen-/ und Rippenfell (Pleura visceralis und parietalis). Bei entzündlichen Prozessen kommt es zu einer Reizung insbesondere der sensiblen Pleura viszeralis, welche schließlich zu Schmerzen führt.

Die Milz ist ein Organ, welches insbesondere der Körperabwehr (lymphatisches Organ) dient und zudem alte Blutkörper (Erythrozyten) herausfiltert. Bei verschiedenen Erkrankungen wird eine große Kapazität der Milz benötigt, um weiße Blutkörper (Lymphozyten) aus der Milz zur Immunabwehr zu mobilisieren. Aus diesem Grund weiten sich die Gefäße in der Milz, so dass sich die Milz vergrößert. Die derbe Milzkapsel spannt sich und erzeugt Schmerzen.

Einige Erkrankungen (Bsp.: Milzinfarkt) erzeugen eineProteinabsonderung (Fibrin) zur Blutgerinnung auf der Milzoberfläche. Bei der Atemverschieblichkeit der Milz kommt es somit zu Reibung und zu entsprechenden Schmerzen während des Hustens oder Atmens.

Zu beachten

Insbesondere, da persistierende, linksseitige Schmerzen während des Hustens eine unspezifische Symptomatik sind, wird empfohlen einen Arzt zu kontaktieren. Alle genannten möglichen Ursachen verlaufen unbehandelt zumeist komplikationsreich.

Pleuritiden können einen Erguss (Pleuraerguss) zur Folge haben, welcher zwischen dem Pleurablatt an den Rippen und der Pleura auf der Lungenoberseite liegt. Auf Grund des durch die Rippen begrenzten Platzes weicht die Lunge und verkleinert sich reversibel. Eine Folge sind Luftnot und ein Druckgefühl im Oberkörper.

Eine Pneumonie hat besonders bei Immunschwachen und älteren Menschen eine hohe Mortalitätsrate und gehört immer so früh wie möglich in die Hände eines Arztes. Ebenso verhält es sich mit der LEA, welche unmittelbarer Behandlung durch einen Notarzte bedarf.

Auch bei einer Splenomegalie kann es zu kritischen Verläufen kommen, bei denen die umgebende Milzkapsel reißt (Milzruptur). Dies führt zu inneren Blutungen und einemVolumenmangelschock (Hypovolämischer Schock). In diesem Fall ist eine notfallchirurgische Behandlung unumgänglich, um die Blutung zu stillen. Plötzliche Schmerzfreiheit und Schockzeichen wie ein schneller Puls (Tachykardie)und niedriger Blutdruck (Hypotonie) bis hin zur Bewusstlosigkeit können bei vor bekannter Splenomegalie Hinweise auf eine Milzruptur sein.