Husten: Begleiterscheinungen

Schmerzen beim Husten (in der Leiste)

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Ein stechender Schmerz in der Leiste beim Husten ist kein typisches Symptom einer Grippe oder Erkältung, sondern kann auf einen Leistenbruch hindeuten.

Im Folgenden werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und wichtige Zusatzinformationen bei einem Leistenbruch behandelt.

Medizinische Fakten

Bei einem Leistenbruch (= Leistenhernie; hernos griech. für Knopse) handelt es sich um eine pathologische Ausstülpung des äußeren Bauchfells (Peritoneum parietale). Der dadurch entstehende Bruchsack kann innere Organe enthalten.[1]

Intraabdominelle Druckerhöhung (Pressen, Husten) kann zu einer Vorwölbung des Bruchsackes in der Leiste und der Entstehung von Schmerzen in diesem Areal führen. Aus diesem Grund manifestiert sich ein Leistenbruch oftmals im Rahmen einer Erkältung mit starkem Husten. [2]

Weitere Symptome eines Leistenbruchs sind unter anderem ein Ziehen und Brennen sowie eine Schwellung in der Leistenregion. Die Schwellung kann belastungs- und tageszeitabhängigen Schwankungen bezüglich ihrer Größe unterliegen. Oftmals wird eine stetige Größenzunahme der Bruchstelle festgestellt. Bei Männern ist es möglich, dass sich der Bruchsack in den Hodensack verlagert. 90 % der Betroffenen sind männlich.

Es lassen sich zwei Arten von Leistenbrüchen unterscheiden: der angeborene Leistenbruch (vor allem bei Frühgeburten mit niedrigem Geburtsgewicht) und der erworbene Leistenbruch. Letzterer wird durch eine allgemeine Gewebsschwäche bei körperlichem Abbau oder starkem Gewichtsverlust oder eine Drucksteigerung im Bauchraum ausgelöst. Eine plötzliche Drucksteigerung kann auf verschiedenste Weise zustande kommen, zum Beispiel bei körperlicher Belastung (Schwerarbeit, Gewichtheben), die Leistenregion-belastenden Sportarten (Fußball, Eishockey), chronischem Husten (durch Lungenerkrankungen wie COPD), chronischer Verstopfung (Obstipation) mit vermehrtem Pressen beim Stuhlgang oder bei Bauchwassersucht (Aszites) in Folge einer Lebererkrankung. [3]

Biologischer Zusammenhang

Anhand der Genese des Bruchsacks werden in der Medizin zwei Arten von Leistenhernien unterschieden: die direkte Leistenhernie (Hernia inguinalis lateralis) und die indirekte Leistenhernie (Hernia inguinalis medialis).

Ersterer liegt eine anatomische Schwachstelle der Bauchwand zu Grunde, das sogenannte Hesselbach-Dreieck. Diese Stelle der Bauchwand besitzt keine Muskulatur und kann deshalb bei Durchführung oben genannter Tätigkeiten leicht durchbrochen werden. Folglich ist ein direkter Leistenbruch immer erworbener Natur.

Anders bei der indirekten Leistenhernie, die entweder angeboren oder erworben sein kann. In ihrem Fall erfolgt kein Bruch der Bauchwand, sondern der Bruchsack wandert durch eine auch bei Gesunden vorhandene Öffnung (Anulus inguinalis profundus) in den Leistenkanal.

Zu Beachten

Schmerzen in der Leiste beim Husten treten in der Regel nicht bei Erkältung oder Grippe auf und sollten daher immer und zeitnah ärztlich untersucht werden. Bleibt eine rasche Behandlung aus, besteht das Risiko einer weiteren Vergrößerung und eines Fortschreitens des Leistenbruchs. Eine spontane Heilung bzw. eine spontane Rückbildung sind selten.

Nicht immer ist eine Hernie die Ursache für Schmerzen in der Leistenregion. Auch geschwollene regionale Lymphknoten, Gefäßaussackungen und in ganz seltenen Fällen ein Tumor können eine derartige Symptomkonstellation auslösen.