Erkältung: Im Alltag

Erkältung – Ansteckung durch Oralverkehr?

© PantherMedia / Konrad Bak

Die Ansteckungsgefahr bei einer Erkältung (grippaler Infekt) ist immer sehr groß, wenn man in näheren Kontakt mit einer erkälteten Person gerät. Auch bei Oralverkehr ist dieses Risiko vorhanden. Im folgenden Text werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die dabei zu beachtenden Umstände bei einer Erkältung beleuchtet.

Medizinische Fakten

Da die Erkältungsviren über Tröpfcheninfektion übertragen werden, können sie beim Sprechen, Niesen oder Husten in die Luft geraten und somit andere Menschen infizieren. Schon die Berührung einer Hand von einer erkälteten Person kann eine Ansteckung zur Folge haben. Da man sich auch beim Oralverkehr sehr nahe kommt, können die Erreger leicht zur anderen Person überspringen.

Generell sind sportliche Betätigungen nicht ratsam bei einer bestehenden Erkältung. Der Körper braucht viel Ruhe um eine Erkältung zu bekämpfen. Durch Sport kann folglich die Genesung verzögert werden und die Symptome eventuell für einen längeren Zeitraum bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern.[1]

Biologischer Zusammenhang

Ein grippaler Infekt bedeutet für den Körper immer eine große Belastung, da die Bekämpfung der Erreger für das Immunsystem Stress bedeutet. Es gibt ungefähr 200 verschiedene Erkältungsviren, die häufigsten sind Corona-Viren, Rhino-Viren oder Adeno-Viren. Diese gelangen über die Atemwege in den Körper und befallen hier die körpereigenen Zellen der Atemwegsschleimhäute. [2] Das Immunsystem wird in diesem Fall aktiviert, damit sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann. Die Produktion von Immunzellen und Antikörpern, sowie die gesamte Entzündungsreaktion der befallenen Schleimhaut kostet den Körper viel Energie.

Da es beim Oralverkehr auch zu einer Verkühlung kommen kann, wird die Infektionsgefahr gesteigert, da unterkühlte Schleimhäute anfälliger sind für Keime. Sie werden geringer durchblutet, wodurch weniger Abwehrzellen zur Bekämpfung eines Erregers in diesem Gebiet zur Verfügung stehen.

Die Ansteckung vom Speichel auf die Schleimhäute der Genitalorgane ist nicht wissenschaftlich belegt, weshalb eine direkte Ansteckung durch rein oral-genitalen Verkehr nicht stattfinden muss. Die Umstände des Oralverkehrs machen eine Ansteckung jedoch sehr wahrscheinlich, da es oft nicht beim rein oral-genitalem Kontakt bleibt und zusätzlich Berührungen oder Küsse ausgetauscht werden. Geraten die Mundschleimhäute miteinander in Kontakt, ist der Erregeraustausch sehr wahrscheinlich, da die Viren über Tröpfcheninfektion übertragen werden. An den Händen der erkälteten Person befinden sich auch sehr häufig Erreger, die beispielsweise dorthin gelangen, wenn beim Niesen oder Husten die Hand vor den Mund gehalten wird. So kann der Erregeraustausch auch von der Hand der erkälteten Person zum Mund des anderen erfolgen.

Ob durch diese möglichen Übertragungswege eine Erkältung ausgelöst wird, hängt vor allem vom Immunstatus des Menschen ab und ist individuell zu betrachten.

Zu beachten

Treten bei einem grippalen Infekt Symptomen wie Fieber, Herzrhythmusstörungen, allgemeiner Schwäche, Luftnot oder Schmerzen in der Brust auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.[3] Immungeschwächte Personen sollten möglichst nicht mit erkälteten Personen in Kontakt treten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung