Erkältung: Im Alltag

Erkältung – Anzeichen für Schwangerschaft?

© PantherMedia / lanak

Eine gewöhnliche Erkältung steht in der Regel nicht mit einer Schwangerschaft in Verbindung, sondern ist meist durch einen harmlosen viralen Infekt bedingt. Es gibt aber einige erkältungstypische Symptome, die während einer Frühschwangerschaft auftreten können. Dazu zählen körperliche Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Übelkeit. Das wichtigste Anzeichen für eine Schwangerschaft ist allerdings das Ausbleiben der Monatsblutung, das meist ein sicheres Zeichen für den Eintritt einer Empfängnis ist.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt wird typischerweise durch Influenza-, Parainfluenza-, Corona- oder Rhinoviren verursacht und verläuft nach einigen Tage selbstlimitierend. Selten sind Bakterien der Auslöser einer Verkühlung, was eine rund 7 Tage längere Krankheitsdauer bedeutet und eine spezifische Therapie notwendig macht. Symptome einer Erkältung sind Juckreiz in der Nase, Reizhusten, Kopfschmerzen, eine behinderte Nasenatmung und Abgeschlagenheit[1].

Eine beginnende Schwangerschaft kann teilweise ähnliche Symptome hervorrufen, typisch sind Erschöpfungszustände mit Kopfschmerzen und Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Ausfluss und vermehrter Harndrang sowie ein Spannungsgefühl in den Brüsten[2]. Auch Heißhungerattacken, Ekel vor bestimmten Nahrungsmitteln und Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin sind typische Schwangerschaftssymptome. Des Weiteren kann es auch zu einer Größenzunahme der Brüste mit Spannungsgefühl und eventueller Berührungsempfindlichkeit, sowie zu einer dunkleren Färbung der Brustwarzenhöfe und einer Vergrößerung der Brustwarzen kommen.

Alle beschriebenen Symptome sind aber unsichere Zeichen einer Schwangerschaft, beweisend sind lediglich der Nachweis der Fruchtanlage im Ultraschall (ab der 4.– 5. Woche), der Nachweis fetaler Herzaktionen (Vaginalultraschall ab der 5.–6. Woche) oder das Fühlen von Kindsteilen oder Kindsbewegungen[3].

Ein positiver Schwangerschaftstest gilt zwar nicht als sicheres Zeichen, macht den Eintritt einer Empfängnis aber sehr wahrscheinlich. Beim Schwangerschaftstest wird ein Hormon, das sogenannte β-HCG, welches für den Beginn und Erhalt einer Schwangerschaft notwendig ist, im Urin oder Blut nachgewiesen. Mit diesem Test ist eine Schwangerschaft bereits 8–12 Tage nach dem Eisprung, also noch vor Ausbleiben der Menstruationsblutung diagnostizierbar.

Generell ist eine Empfängnis rund um den Eisprung, den 14. Tage des Monatszyklus, möglich. Männliche Spermien können mehrere Tage in der Schleimhaut der Gebärmutter überleben, während die weibliche Eizelle nach rund 24 Stunden zugrunde geht, sofern sie nicht befruchtet wird.

Biologischer Zusammenhang

Während einer Schwangerschaft unterliegt der Körper einem großen Wandel. Vor allem hormonelle Veränderungen sorgen zu Beginn der Empfängnis für das Auftreten von Symptomen. Obwohl noch nicht endgültig geklärt, wird vermutet, dass die stark ansteigenden Spiegel von Östrogenen und β-HCG zur häufig auftretenden, morgendlichen Übelkeit führen. Auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit lassen sich auf hormonelle Veränderungen zurückführen. In der Frühschwangerschaft sind diese Beschwerden besonders ausgeprägt, es kann Monate dauern kann, bis sich der Körper an die hormonelle Situation gewöhnt hat. Durch den hohen Spiegel an Östrogenen und weiteren Hormonen werden nicht nur das Wachstum und die Differenzierung der Gebärmutter, sondern auch der weiblichen Brust gefördert. Die beschriebenen Veränderungen wie die Größenzunahme der Brüste oder die Verfärbung der Brustwarzen dienen der Vorbereitung auf die Milchproduktion und auf das Stillen des Neugeborenen.

Behandlung

Eine gewöhnliche Verkühlung bedarf normalerweise keiner spezifischen Therapie. Da sie in der Regel durch banale Viren ausgelöst wird, ist eine symptomatische Therapie mit heißen Getränken und körperlicher Schonung ausreichend. Falls eine bakterielle Superinfektion auftritt, sollte ein Arzt konsultiert werden, da in diesem Fall eine antibiotische Therapie angezeigt ist.

Eine Schwangerschaft hingegen ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinn, weshalb sie auch keiner Behandlung bedarf. Treten die typischen Symptome auf und liegt der Verdacht einer Empfängnis nahe, sollte zum definitiven Nachweis der Schwangerschaft ein Gynäkologe bzw. eine Gynäkologin aufgesucht werden. Im diesem Rahmen kann auch das weitere Procedere sowie die optimale Begleitung der Schwangerschaft besprochen werden.

Zu beachten

Die Schwangerschaft ist eine hochintensive und sehr emotionale Episode für jede Frau und stellt den Körper vor große Herausforderungen. Es ist daher wichtig, intensive ärztliche Betreuung in Anspruch zu nehmen und einen gesunden Lebensstil zu pflegen.

Während einer Schwangerschaft sollte auf Rauchen, Alkoholgenuss und Extremsport verzichtet werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung