Erkältung: Im Alltag

Erkältet ins Solarium?

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Ob UV-Strahlung, der ein Solariumbesucher ausgesetzt ist, den Krankheitsverlauf einer Erkältung beeinflusst ist bisher noch nicht abschießend geklärt. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass Lippenherpes (Herpes Simplex Virus) nach UV-Exposition verstärkt erneut ausbricht. In der Medizin wird UV-Strahlung in der Phototherapie zur Behandlung von einigen Hauterkrankungen eingesetzt.

Medizinische Fakten

UV-Strahlen sind elektromagnetische Wellen, deren Wellenlänge unterhalb des sichtbaren Lichts liegt. Es werden UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen unterschieden. Letztere kommen jedoch nur im natürlichen Sonnenlicht und nicht im Solarium vor. UV-A- und UV-B-Strahlen unterscheiden sich in ihrer Wellenlänge und dementsprechend auch in ihrer Eindringtiefe. UV-B-Strahlen sind kurzwelliger, dringen weniger tief in die Haut sind aber energiereicher. Grundsätzlich können die UV-Strahlen das Erbgut der Zellen schädigen, indem sie Bindungen zwischen DNA-Bausteinen aufbrechen, welche sich dann unter Umständen fehlerhaft neu verbinden. Wie genau die Wirkung auf das Immunsystem ausfällt, ist jedoch noch nicht geklärt.

Bislang konnte lediglich gezeigt werden, dass UV-Strahlen auf die Infektabwehr in Tieren und Pflanzen einen negativen Einfluss hat.[1]

Biologischer Zusammenhang

Für den Menschen gilt, dass nach vermehrter UV-Exposition Lippenherpes häufiger ausbricht. Lippenherpes wird durch das Herpes Simples Virus hervorgerufen. Nachdem die typischen Symptome wie Bläschen und eine Kruste an der Lippe abgeklungen sind, verweilt das Virus im Körper. Es wandert zu den Nervenzellkörpern und ruht dort. Ist der Körper geschwächt, beispielsweise durch psychischen Stress, Hitze, Kälte oder auch starke UV-Strahlung bricht es erneut aus.[2]

UV-Strahlen haben vermutlich eine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem.[3] Dies macht sich die Medizin mit der UV-Phototherapie zu Nutze. Eingesetzt wird sie bei einigen Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte, bei denen man davon ausgeht, dass eine übermäßige Immunantwort des Körpers der Krankheit zugrunde liegt.

Ein anderer indirekter Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und dem Immunsystem ist bereits bekannt. UV-Strahlung ist für die Vitamin D Synthese im Körper essentiell. Der Körper kann Vitamin D selbst herstellen, benötigt für einen Reaktionsschritt jedoch das UV-Licht. Vitamin D ist bekannt für seine Wirkung auf den Calciumhaushalt. Gleichzeitig wirkt es jedoch auch immunmodulierend.

Dabei ist die Wirkung vielfältig. Das Monozyten-Makrophagen-System, ein Teil der angeborenen Immunität, wird durch Vitamin D stimuliert. Ein anderer Teil des Immunsystem, die T- und B-Lymphozyten werden aber in ihrer Differenzierung gehemmt. [4] Die Wirkung auf das Immunsystem ist also weder eindeutig stimulierend noch hemmend. Dazu passt, dass bei einer Rachitis (eine Erkrankung hervorgerufen durch Vitamin D Mangel) die Infektanfälligkeit erhöht ist. Gleichzeitig konnte im Tierversuch gezeigt werden, dass ein erniedrigter Vitamin-D- Spiegel auch eine erhöhte Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen bedingt.[5]

Die erhöhte Infektanfälligkeit in den Wintermonaten könnte also unter anderem auch an einem Mangel an Vitamin D liegen.[6]

Zu beachten

Eine abschließende Aussage über den Einfluss von UV-Strahlen auf den Verlauf einer Erkältung ist noch nicht möglich. Argumente, die eindeutig gegen eine wohldosierte UV-Bestrahlung sprechen, gibt es derzeit noch nicht. Betroffene sollten jedoch auch berücksichtigen, dass die warmen Temperaturen, welche in den meisten Solarien herrschen, den Krankheitserregern gute Bedingungen zur Vermehrung bieten. Bei unzureichenden Hygienemaßnahmen des Solariumbetreibers ist eine Verbreitung der Krankheitserreger deshalb zu bedenken.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung