Erkältung: Im Alltag

Bei Erkältung spazieren?

© PantherMedia / Beate Konstantinou

Wer mit einer Erkältung zu Hause sitzt, frag sich irgendwann, ob er denn nicht die Wohnung verlassen und etwas spazieren gehen kann. Hilft ein Spaziergang beim Gesundwerden oder schadet er dabei sogar? Im Folgenden werden die medizinischen Fakten rund um dieses Thema erläutert. Es wird der biologische Zusammenhang erklärt und schließlich dargestellt, was es besonders zu beachten gilt.

Medizinische Fakten

Frische Luft kann bei einer Erkältung das Krankheitsgefühl lindern, auch wenn sie den Heilungsprozess nicht beschleunigen wird.[1] Ob von einem Spaziergang bei einer milden Verkühlung profitieren wird, hängt vor allem vom persönlichen Wohlbefinden ab. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, rauszugehen. Anders sieht es bei einem ausgeprägten grippalen Infekt aus.

Die klassischen Symptome Schnupfen, Husten und erhöhte Körpertemperatur können Zeichen einer Vielzahl von Erkrankungen sein. Eine harmlose Erkältung kann sich so zu Beginn wie eine echte Virusgrippe (Influenza) oder eine bakterielle Mandelentzündung darstellen. Ein wichtiges Alarmzeichen ist Fieber, definiert als Körpertemperatur über 38°C. Liegt Fieber vor, ist Vorsicht angebracht. Fieber ist ein natürlicher Bestandteil des Abwehrsystems und kostet den Körper viel Energie. Bei einer hohen Körpertemperatur fühlen sich die meisten Menschen wohler im Bett und sollten dann auch nicht spazieren gehen.[2] Dem Körper stehen dann keine Ressourcen für Anstrengungen zur Verfügung und es droht bei Belastung eine Verschlimmerung der Erkältung oder die Erkrankung an einem weiteren Infekt.[3]

Biologischer Zusammenhang

Die Bekämpfung von Krankheitserregern, aber auch größere körperliche Anstrengungen sind für den Körper Stressfaktoren. In Stresssituationen werden Substanzen freigesetzt, die Energiereserven mobilisieren, aber auch das Immunsystem unterdrücken.[4] So wird bei körperlicher Anstrengung beispielsweise Kortison in höheren Mengen ausgeschüttet.[5] Es hemmt Entzündungsreaktionen, die aber bei der Bekämpfung von Krankheitserregern notwendig sind.[6] Kommen also zu viele dieser Stressfaktoren zusammen, z.B. durch eine Infektion und körperlich zehrende Anstrengung, droht eine mangelhafte Fähigkeit, dem Krankheitserreger Herr zu werden.

Zu beachten

Solange keine starke Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens vorliegt, kann bei einer Erkältung getrost spazieren gegangen werden. Bei Fieber und deutlichem Unwohlsein, sollte aber lieber zu Hause geblieben werden. Auf jeden Fall sind körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Im schlimmsten Fall könnte sich bei einer Überanstrengung ansonsten der Herzmuskel durch eine Verschleppung von Viren entzünden („Myokarditis“) und dauerhaft Schaden nehmen.[7] Wer den Schleimhäuten darüber hinaus etwas Gutes tun will, sollte darauf achten, zu Hause ab und an zu lüften. Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfälliger für Krankheitserreger.[8] Dies geht natürlich auch, wenn man das Haus nicht verlassen kann.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung