Erkältung: Im Alltag

Sauna bei Erkältung (ohne Fieber)?

© PantherMedia / Viktor Cap

Bei einer akuten Erkältung ist ein Saunabesuch nicht empfehlenswert, selbst wenn kein Fieber besteht. Die Hitze kann den Körper zusätzlich belasten und das Klima fördert die Keimvermehrung und damit die Ansteckungsgefahr. Warum dies der Fall ist und welche Risiken bestehen, erklärt der folgende Text.

Medizinische Fakten

Wer an einer Erkältung leidet, sollte seinen Körper nicht noch zusätzlich mit einem Saunagang belasten. Sowohl die Hitze als auch das exzessive Schwitzen können zu einer Überbelastung des Kreislaufes führen. Die Folge können Schwindel, Übelkeit und Schwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit sein. Auch der plötzliche Temperatursturz nach dem Saunabesuch kann zur Verkühlung führen und den bereits durch die Krankheit strapazierten Körper überfordern. Diese Temperaturproblematik wird durch Fieber noch verkompliziert. Doch auch bei einer Erkältung ohne Fieber sollte sicherheitshalber auf einen Saunabesuch verzichtet werden.

Auch für Mitsaunierer kann der Saunabesuch mit Erkältung Folgen haben. So ist das warme Klima in der Sauna zusammen mit den feuchten Baderäumen ein idealer Ort für Bakterien um sich zu vermehren. Ein Nieser kann so schnell eine Ansteckungsfalle für andere Besucher werden. [1]

Einen therapeutischen Effekt scheint der Saunagang bei einer Erkältung ohne Fieber nicht zu haben: Eine Studie in Berlin verglich zwei Gruppen von Erkälteten; eine der Gruppen atmete Saunaluft – ein Unterschied in der Symptomstärke konnte nicht nachgewiesen werden. [2] Auch eine Metaanalyse über mehrere Studien kam zu dem Schluss, dass keine klaren Vorteile eines Saunabesuchs während einer Erkältung bestehen.[3]

Eine andere Situation besteht jedoch bei der Prävention von Erkältungsinfekten und anderen Krankheiten. Hier wurden bereits positive Effekte nachgewiesen: Regelmäßige Saunagänge können das Immunsystem stärken[4] und bei manchen chronischen Erkrankungen einen wertvollen Beitrag leisten.[5]

Biologischer Zusammenhang

Ein grippaler Infekt fordert den ganzen Körper. Durch die Infektion werden Entzündungsmediatoren (Zytokine) produziert, die wiederum die Produktion von Prostaglandinen anregen, einem der Hauptauslöser von Fieber. Stoffwechselleistungen werden erhöht und der Körper benötigt viel Energie für die Vermehrung von Immunzellen. Auch die Regulation der Körpertemperatur benötigt Energie. Wird nun in der Sauna von außen zusätzliche Hitze, oder später beim Abkühlbad Kälte, zugeführt, kann der Kreislauf durch die Überbeanspruchung geschwächt werden. Schwindel entsteht häufig, wenn die Gefäße durch die Wärme so erweitert sind, dass ein Teil des Blutes beim Aufstehen in den Beinen versackt und wichtige Bereiche wie Gehirn und Lungen weniger Blutvolumen erhalten.

Zu beachten

Besteht sowohl bei akuten als auch chronischen Erkrankungen der Wunsch des Saunabesuchs, sollte dies vorher mit einem Arzt besprochen werden. Auch im Falle einer Schwangerschaft, insbesondere im ersten und im letzten Drittel, ist vorher ein medizinisches Beratungsgespräch angeraten.

Sollte trotz des medizinischen Risikos ein Saunabesuch geplant sein, müssen mit größter Vorsicht hygienische Vorschriften eingehalten werden, so dass das Ansteckungsrisiko für andere Personen nicht erhöht wird.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung