Erkältung: Im Alltag

Bei Erkältung duschen?

© PantherMedia / Nikita Sobolkov

Ein grippaler Infekt kann das Wohlbefinden erheblich einschränken und wirft eine Reihe von Fragen auf. Schadet es beispielsweise, bei einer Verkühlung zu duschen oder hilft es dem Immunsystem bei der Bekämpfung der Krankheitserreger sogar? Im Folgenden werden die medizinischen Fakten rund um das Thema Duschen bei Erkältung erläutert. Es wird der biologische Zusammenhang erklärt und schließlich dargestellt, was es besonders zu beachten gilt.

Medizinische Fakten

Gerade in den Wintermonaten sind grippale Infekte mit ihren typischen Symptomen Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis), Heiserkeit, Müdigkeit und Halsschmerzen häufig. Nicht selten leiden Betroffene auch unter einer erhöhten Körpertemperatur.[1] Gerade die Körpertemperatur kann einen wichtigen Hinweis geben, ob sich eine Dusche negativ auf den Krankheitsprozess auswirkt.

[,] Ab einer Körpertemperatur von 38°C wird von Fieber gesprochen.[2] Bei Fieber ist die Regulation der Körpertemperatur verändert. Wird mit einer Dusche von außen auf die geänderte Körpertemperatur Einfluss genommen, kann der Körper nicht wie gewohnt gegenregulieren, wordurch Kreislaufprobleme provoziert werden können.[3] [4] Daher sollte bei hohem Fieber auf eine Dusche verzichtet werden. Bei einer Erkältung ohne Fieber kann jedoch mit einer als angenehm empfundenen Temperatur zum Zweck der allgemeinen Körperhygiene geduscht werden. Das abwechselnde Duschen mit kaltem und warmem Wasser, sogenannte Wechselduschen, sind hingegen bei einem grippalen Infekt ungeeignet. Die raschen Temperaturschwankungen führen zu einer Stresssituation für den Körper, die das Immunsystem bei einer bestehenden Krankheit sogar schwächen und den Krankheitsverlauf so negativ beeinträchtigen kann.[5] Wer gesund ist, kann jedoch mit Wechselduschen oder kalten Duschen möglicherweise seine Widerstandskraft stärken.[6] [7] 

Biologischer Zusammenhang

Ob Duschen bei einer Erkältung schadet, hängt zu einem Großteil mit der Temperaturregulation des Körpers zusammen. Diese steht in engem Zusammenhang mit dem Immunsystem. Die Produktion der Körperwärme erfolgt im Körperinneren, die Regulation bzw. Wärmeabgabe vorrangig über die Durchblutung der Körperoberfläche.[8] Bei Wechselduschen führt der rasche Temperaturwechsel zu einer intensiveren Durchblutung der Körperoberfläche. Auch die Schleimhäute werden besser durchblutet. Dies führt bei Fieber zu einer übermaßigen Wärmeabgabe, wodurch der Körper in eine Stresssituation versetzt wird. Eine Stresssituation wiederum kann zu einer Unterdrückung der Körpereigenen Immunabwehr führen. [11] Dies ist unter anderem damit zu erklären, dass vom Körper bei Stress vermehrt Kortison ausgeschüttet wird.[12] Kortison verringert die Aktivität des Immunsystems.[13] Bei einem Infekt sollte daher auf Wechselduschen verzichtet werden.

In einer Studie konnte jedoch gezeigt werden, dass regelmäßige Wechselduschen sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Der Körper lernt, sich auf Zugluft und Klimaanlagen einzustellen und reagiert auf Unterkühlung seltener mit einer Erkältung.[9] [10] 

​Zu beachten

Wechselduschen oder einfach kaltes Duschen kann bei Gesunden vorbeugende Wirkung haben. So zeigte sich in Studien, dass Menschen, die morgens regelmäßig kalt duschen, seltener an Atemwegsinfekten erkranken.[14] Bei einer Erkältung sollte aber zur einfachen Körperhygiene nur mit angenehm empfundener Temperatur geduscht werden. Bei Fieber sollte besser ganz auf Duschen verzichtet werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung