Erkältung: Im Alltag

Bei Erkältung in die Sauna?

© PantherMedia / rido

Regelmäßige Saunagänge können das Immunsystem stärken und Erkältungen vorbeugen. Besteht jedoch bereits eine Verkühlung oder ein grippaler Infekt, sollte auf das Saunieren verzichtet werden, da sich ein grippaler Infekt durch die enorme Hitzebelastung in der Sauna verschlimmern kann.

Medizinische Fakten

Tritt eine milde Erkältung auf, kann sich ein Saunagang für Personen, die solche Belastungen gewohnt sind und regelmäßig eine Sauna besuchen, durchaus positiv auswirken. Ungeübte hingegen sollten bei den ersten Anzeichen einer Erkältung die Sauna vermeiden. Allerdings ist es auch für routinierte Saunagänger ratsam, die Intensität zu reduzieren und Saunen mit niedrigen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit den Vorzug zu geben. Auch die Abkühlungsphase sollte schonender gestaltet werden, häufige und extreme Temperaturwechsel (z.B.: mit Eiswasser) sind ebenfalls zu vermeiden, sie können eine Erkältung noch fördern[1].

Wenn Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen oder Halsschmerzen auftreten, sollten auch Saunageübten dringend vom Saunieren abstand nehmen. Durch die Hitze in der Sauna steigt nämlich auch die Körpertemperatur, ganz ähnlich wie bei einem Fieberschub. Das bedeutet Stress für den Körper und zieht die Aktivierung des Immunsystems nach sich. Besteht allerdings bereits eine ernste Erkältung, kann die körpereigene Abwehr durch die Belastung überfordert werden und der Infekt verschlimmert sich.

Biologischer Zusammenhang

Prinzipiell haben regelmäßige Saunagänge einen positiven Effekt auf die Reaktivität des Immunsystems. Durch die hohen Temperaturen wird der Körper einer extremen Belastung ausgesetzt, was eine Aktivierung des unspezifischen Immunsystems nach sich zieht[2]. Abwehrzellen wie Granulozyten (die häufigsten weißen Blutzellen) oder die Natürlichen Killerzellen und Botenstoffe wie Interferon, das infizierte Zellen für das Immunsystem markiert und so für deren Elimination sorgt, sind vermehrt im Blut nachzuweisen. Außerdem wird die Toleranz gegenüber oxidativem Stress erhöht und die Thermoregulation des Körpers funktioniert besser, was im Sommer zu einer leichteren Kühlung des Körpers und im Winter zur Schonung von Wärmekapazitäten verhilft.

Wird jedoch das Immunsystem durch Saunagänge während einer symptomatischen Verkühlung sehr hohen Belastungen ausgesetzt, kann dies zu einer Überlastung führen, eine Verschlimmerung der Erkältung oder weitere Infektionen können die Folge sein.

Zu beachten

Treten Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen, Kopf- und Bauchschmerzen oder Schwellungen und Schmerzen in Hals, Ohren und Kieferhöhlen auf, ist körperliche Schonung dringend angezeigt und Saunagänge sind strikt zu vermeiden.

Chronisch Kranke, Senioren und Schwangere sollten besonders vorsichtig sein und auch schon bei leichten Erkältungen komplett auf das Saunieren verzichten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung