Erkältung: Im Alltag

Nach Erkältung Sport machen

© PantherMedia / Antonio Guillem

Die Frage, ob und wann während oder nach einer Erkältung Sport getrieben werden soll, muss differenziert betrachtet werden. Bei den ersten Krankheitssymptomen ist es schwer abzugrenzen, ob es sich nur um eine banale Erkältung oder eine beginnende Grippe handelt. Um eine Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern, sollte die sportliche Belastung dem körperlichen Befinden angepasst werden.

Medizinische Fakten

Bei einer leichten Erkältung mit Schnupfen und keinem beeinträchtigten Allgemeinbefinden, ist moderater Sport ohne Überanstrengung, wie leichtes Joggen, Rad fahren, Walken oder Schwimmen, kein Problem. [1][2] Die frische Luft und Bewegung tut dem Körper sogar gut. Die Schleimhäute werden durch die frische Luft befeuchtet, die Atemwege befreit und die Krankheitserreger können besser abgewehrt werden. Zudem steigert Sport die Immunabwehr, so dass die eigenen Abwehrkräfte gestärkt werden.[3]

Bei einer starken Erkältung, bei Fieber oder einer echten Grippe (Influenza) sollte auf sportliche Aktivität bis zur vollständigen Genesung verzichtet werden. Selbst nach Abklingen der Symptome ist das Immunsystem noch bis zu 14 Tage geschwächt. Um eine Wiedererkrankung und mögliche Folgekomplikationen zu verhindern, wird ein langsamer Trainingseinstieg mit leichter bis mittlerer Intensität empfohlen.[3][4]

Wird bei einer richtigen Grippe (Influenza) trotz Symptomen weiter Sport gemacht, können die im Körper bereits vorhandenen Grippeviren – in Folge des geschwächten Immunsystems – nicht nur die oberen Atemwege, sondern auch andere Organe befallen. Hinzu kommt, dass die vorgeschädigte, entzündete Schleimhaut im Zusammenhang mit einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem Bakterien das Eindringen erleichtert, die dann zusätzliche bakterielle Infektionen auslösen können.[1][4]

Zu den mögliche Folgekomplikationen gehören:

  • Entzündung der großen Bronchien (Bronchitis)
  • Mittelohrentzündung (Otitis Media)[1]
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)[1]
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)[5]
  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)

Biologischer Zusammenhang

Moderate sportliche Belastung ruft in der beanspruchten Muskulatur eine lokale entzündliche Reaktion (Akut-Phase-Reaktion) hervor, durch welche körpereigene Abwehrzellen, wie z. B. Leukozyten, natürliche Killerzellen (Lymphozytensubpopulation), Lymphozyten und Monozyten, T- und B-Zellen mobilisiert werden. [5][6][7] Die unspezifische Immunabwehr wird somit positiv beeinflusst, Viren und Bakterien können verstärkt bekämpft werden.

Regelmäßiges „Sport treiben“ stärkt aber nicht nur das Immunsystem, sondern führt auch zu einer Verbesserung der kardialen Funktion und schützt präventiv vor koronaren Herzkrankheiten.[8]

Intensive sportliche Belastung führt hingegen zu einer sogenannten Immunsuppression, die mehrere Stunden bis zu einer Woche andauern kann.[9]Durch einen überproportionalen Anstieg der Stresshormone Adrenalin und Cortison wird in diesem Fall das Immunsystem durch ein Herabsinken von Immunzellen geschwächt.[7][10] Die Infektanfälligkeit steigt. Dies wirkt sich besonders ungünstig aus, wenn bei einem bestehenden Infekt oder einer beginnenden Grippe (Influenza) intensiv trainiert wird.

Zu beachten

Bei Anzeichen einer echten Grippe (Influenza) wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sollte unbedingt auf Sport verzichtet werden. Das Immunsystem ist geschwächt und um Folgekrankheiten zu verhindern, sollte der Körper ausreichend Zeit bekommen, vollständig regenerieren zu können. Werden die Beschwerden und das Fieber nach ein paar Tagen schlimmer statt besser, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich.

Dies gilt vor allem für Personen, die in ihrer Immunabwehr geschwächt sind, wie ältere Menschen, Kleinkinder, Säuglinge und Menschen, die an einer chronischen Erkrankung, wie Diabetes oder einer Vorerkrankung des Herzens leiden.

Um eine erhöhte Infektanfälligkeit durch Unterkühlung zu vermeiden, sollte man nach dem Sport darauf achten, nicht auszukühlen und warme, trockene Kleidung zu tragen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung