Erkältung: Im Alltag

Erkältet fliegen

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Beim Fliegen oder Tauchen ändert sich der Luftdruck der Umgebung schnell. Am empfindlichsten reagiert darauf das Ohr, genauer gesagt das Mittelohr. Wenn in diesem luftgefüllten Raum bei einer Erkältung kein Druckausgleich stattfindet, kann ein sogenanntes Barotrauma entstehen. Dabei zerreißt das Trommelfell oder es kann zu Blutungen in den Nasen-Nebenhöhlen kommen.

Medizinische Fakten

Bei einer Erkältung handelt es sich um eine Infektion der Atemwege, die in den meisten Fällen mit einer Entzündung der Schleimhaut im Nasen-Rachen Bereich einhergeht. Im oberen Rachenbereich liegt der Eingang in die sogenannte Eustachii-Röhre oder auch Tuba auditiva. Diese stellt eine Verbindung zum ansonsten abgeschlossenen Mittelohr dar. Diese Verbindung ist dann wichtig, wenn sich der Luftdruck in der Umgebung verändert. In diesem Fall kann somit der Druck im Mittelohr dem der Umgebung angeglichen werden. Im Normalfall ist diese Röhre verschlossen. Da sie jedoch mit den Rachen und Gaumenmuskeln in Verbindung steht, öffnet sie sich beim Schlucken oder Gähnen, wodurch dann automatisch ein Druckausgleich stattfindet.

Außerdem lässt sich ein Druckausgleich auch bewusst erzeugen mit Hilfe des sogenannten Vasalva-Manövers. Dabei versucht man bei geschlossenem Mund und zugehaltener Nase auszuatmen.

Dieser Mechanismus ist insbesondere dann von Nöten, wenn sich der Umgebungsdruck schnell verändert, wie beispielsweise beim Fliegen aber auch beim Tauchen. Beim Fliegen sinkt mit zunehmender Höhe der Luftdruck. Beim Tauchen dagegen steigt mit zunehmender Tiefe der Umgebungsdruck.

Biologischer Zusammenhang

Im Rahmen einer Erkältung oder einer Allergie wie z.B. Heuschnupfen kann die Schleimhaut derart anschwellen (Tubenkatarrh), sodass ein Druckausgleich scheitert. Durch den Unter-/Überdruck wölbt sich dann das Trommelfell und es können Schmerzen, Blutungen und Risse im Trommelfell entstehen.[1] Weitere Symptome können Schwerhörigkeit bzw. gedämpftes Hören oder ein Tinnitus sein.[2] Verletzungen, die aus Druckunterschieden resultieren, werden Barotrauma genannt. Davon sind alle luftgefüllten Hohlräume den Körpers betroffen, also neben dem Mittelohr auch die Nasennebenhöhlen.

Zu beachten

Erkältet zu fliegen kann schmerzhaft sein, die Gefahr ein Barotrauma zu erleiden, ist dennoch gering.[3] Anderes gilt für das Tauchen. Erkälteten Tauchern ist von einem Tauchgang abzuraten. Die deutlich größeren Druckunterschiede beim Tauchen im Gegensatz zum Fliegen, erhöhen das Risiko eines Barotraumas stark. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass im Falle eines Trommelfellriss kaltes Wasser ins Mittelohr strömt. Neben einer Infektion des Mittelohrs durch verschmutztes Wasser kann das kalte Wasser das im Ohr befindliche Gleichgewichtsorgan reizen und so einen Drehschwindel auslösen. Ein Orientierungsverlust, aber auch ein panisches, zu schnelles Auftauchen kann lebensgefährlich werden. Zu schnelles Auftauchen ohne gleichzeitiges Ausatmen kann auch in der Lunge ein Barotrauma erzeugen.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung