Erkältung: Im Alltag

Erkältung dauert schon 3-4 Wochen

© PantherMedia / Andriy Popov

Unter einer Erkältung versteht man eine durch Viren verursachte Infektion der oberen Atemwege. Es wird häufig auch von einem grippalen Infekt gesprochen, bei dessen typischen Symptomen häufig Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Heiserkeit auftreten.[1]

Eine Erkältung verläuft fast immer harmlos und kann unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen. Die Hälfte aller Fälle sind nach 10 Tagen ausgestanden, 90 % nach 15 Tagen. Bei nicht genügender Schonung und Ruhe kann die Dauer der Erkrankung auch auf drei bis vier Wochen ansteigen. Eine Erkältung, die länger andauert oder in kurzen Abständen immer wieder auftritt, sollte medizinisch abgeklärt werden.[2]

Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten sowie einige Tipps im Umgang mit einer Erkältung dargelegt.

Ursachen für eine Erkältung (3-4 Wochen)

Bei einem grippalen Infekten ist oft von einer „Erkältung“ die Rede. Kälte spielt jedoch nur eine geringe und auch nicht gänzlich geklärte Rolle als Krankheitsursache. Eigentlicher Auslöser ist eine Vielzahl verschiedener Viren, die über Tröpfcheninfektion – also durch Husten, Niesen oder direkten Kontakt beispielsweise beim Händeschütteln – sehr leicht übertragen werden. Da die Schleimhäute jedoch weniger gut durchblutet sind, wenn der Körper unterkühlt ist, haben die „Erkältungsviren“ in der nasskalten Jahreszeit meist leichteres Spiel.[3]

Ein grippaler Infekt kündigt sich meist durch ein Jucken oder Kribbeln in der Nase an und äußert sich dann in Schnupfen, Niesen und Husten, oft auch verbunden mit Schluckbeschwerden, bei Kindern meist auch mit Fieber.

In der Regel ist eine typische Erkältung nach 1 bis 2 Wochen abgeklungen. In einigen Fällen kann es zu Komplikationen kommen, die mit einer längeren Krankheitsdauer (3 bis 4 Wochen oder gar mehr) einhergehen.

Wenn sich die Viren ausdehnen oder Bakterien hinzukommen, können sich aus einem an sich harmlosen grippalen Infekt auch weitere, schwerwiegendere Erkrankungen entwickeln, wie z.B. Nasennebenhöhlen-, Mittelohr-, Mandelentzündungen oder Entzündung der Bronchien, bei denen immer die ärztliche Praxis aufgesucht werden sollte. Die Ursachen für eine verschleppte Erkältung sind in der Regel zu wenig Schonung, Arbeiten und körperliche Ertüchtigung trotz Virusinfektion, als sei man gesund.

Behandlung einer Erkältung (3-4 Wochen)

Ein Medikament gegen die auslösenden Viren gibt es nicht. Allerdings können die Beschwerden durch entsprechende Maßnahmen gelindert werden. Daher erfolgt die Behandlung einer Erkältung fast ausschließlich symptomatisch. Eine Erkältung heilt auch ohne spezifische medikamentöse Therapie in der Regel folgenlos aus. Lediglich bei andauernden Schmerzen und längerer Krankheitsdauer wird die Einnahme von schmerzstillenden, schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Medikamenten empfohlen.

Eine ausreichende Trinkmenge ist sinnvoll und zu empfehlen (z.B. Wasser oder Tee). Rauchkarenz ist anzuraten, da bei Rauchern und Passivrauchern Erkältungskrankheiten länger dauern.[4]

Inhalationen (z.B. mit warmen Wasserdampf) können helfen, die Schleimhäute anzufeuchten und vom Schleim zu befreien. Auch Halsschmerzen und Husten können durch diese Befeuchtung gelindert werden. Ebenfalls helfen das Gurgeln mit warmem Salzwasser oder eine Nasenspülung mit isotonischer (Lösung mit gleicher Anzahl an gelösten Teilchen (= Konzentration) wie innerhalb der menschlichen Zelle) Salzlösung.[5] Da den meisten Erkältungen eine Virusinfektion zugrunde liegt, werden Antibiotika aufgrund mangelnder Wirksamkeit nur selten eingesetzt.[2]

Der Körper benötigt Ruhe und Schonung, um sich erholen zu können und möglichen Folgekomplikationen vorzubeugen. Bei ausbleibender Besserung nach zwei Wochen bzw. zunehmender Verschlechterung, beim Auftreten von Alarmzeichen wie hohem Fieber, blutigem Auswurf, bedrohlichen Schluckbeschwerden oder Kurzatmigkeit, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Indikation für eine Antibiotika-Therapie feststellen kann.[1]

Zu beachten

An einer Erkältung kann grundsätzlich jeder Menschen erkranken. Mehrere Infektionen pro Jahr sind auch bei Erwachsenen keine Seltenheit. Besonders häufig betroffen sind jedoch Kinder und ältere Menschen. Aber auch Patientinnen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem gehören zu den bekannten Risikogruppen und sollten daher besonders sorgfältig überwacht und frühzeitig behandelt werden.[2]

Eine sichere Vorbeugung gegen den grippalen Infekt gibt es nicht. Jedoch gibt es eine Reihe an Maßnahmen die einen vor einer Erkältung schützen können oder Krankheitssymptome mildern, beziehungsweise den Krankheitsverlauf verkürzen können.

In erster Linie hilft dabei ein gesunder Lebenstil, mit welchem sich die körpereigenen Abwehrkräfte stärken lassen. Darunter versteht man:

  • Gesunde, vitaminreiche, ausgewogene Ernährung
  • Einschränkung bzw. Verzicht auf Alkohol, Zigaretten
  • Sport bzw. sonstige Bewegungstherapien
  • Langer Schlaf bzw. ausreichende Ruhephasen

Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen zur Verminderung von Erkältungsviren und deren Verbreitung gehört, Mund und Nase beim Husten/Niesen zu bedecken, am besten mit der Ellenbeuge. Des Weiteren ist auf eine sorgfältige Händehygiene zu achten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Abgrenzung der Erkältung zur echten Grippe. Dies ist nicht immer einfach. Bei der echten Influenza treten die Krankheitszeichen meist plötzlich mit hoher Intensität auf. Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind deutlich ausgeprägter als bei einer normalen Erkältung. Daneben kommt es oft zu starken Kopf- oder Gliederschmerzen. Zu den Hinweisen auf eine echte Grippe zählt zudem hohes Fieber (mindestens 38,5°C, oft über 40°C). Dennoch sollte auch eine normale Erkältung entsprechend beachtet werden, um Komplikationen zu vermeiden bzw. diese rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Im Gegensatz zur Grippe gibt es gegen Erkältungen keine Impfung. Zur Ansteckungsprophylaxe sollte in die Armbeuge, nicht in die Handinnenfläche, gehustet oder geniest werden. Daneben ist häufigeres Händewaschen, vor allem in Erkältungszeiten, sinnvoll.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung