Erkältung: Im Alltag

Erkältung schon 14 Tage?

© PantherMedia / Lasse Kristensen

Eine Erkältung (grippaler Infekt) bessert sich gewöhnlich nach drei bis sieben Tagen von selbst und ist nach zwei Wochen meist vollständig überstanden [1]. Dauert sie hingegen länger als 14 Tage an, kann dies ein Anzeichen für einen chronischen Schnupfen, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis), sein. Symptome einer Erkältung können allerdings auch durch eine allergische Reaktion (allergische Rhinitis), etwa durch eine Pollenallergie, ausgelöst werden [2].

Im folgenden Artikel werden die Ursachen für eine länger andauernde Erkältung dargestellt sowie Behandlungsmöglichkeiten und Hinweise erläutert.

Ursache einer Erkältung, die 14 Tage andauert

Eine Erkältung beginnt meist mit einem leichten Kratzen oder Schmerzen im Hals. Im weiteren Verlauf kommen Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis) und Heiserkeit (Dysphonie) hinzu. Auch klagen Betroffene über Kopfschmerzen (Cephalgie), Müdigkeit und einem Krankheitsgefühl(Abgeschlagenheit, Malaise). Normalerweise bessern sich die Symptome nach wenigen Tagen und sind nach 14 Tagen vollständig verschwunden [3].

Ist dies nicht der Fall, kann das auf eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) hindeuten, die auch als chronischer Schnupfen bezeichnet wird. Dieser kann durch anatomische Veränderungen, etwa eine Verschiebung der Nasenscheidewand, entstehen. Er kann aber auch ein Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung, z.B. eine Entzündung der Blutgefäße mit knötchenartigen Veränderungen im Bindegewebe (Wegener-Granulamatose, Granulomatose mit Polyangiitis), sein [4].
Symptome einer Erkältung können außerdem durch eine allergische Reaktion (allergische Rhinitis) hervorgerufen werden. Dabei leiden Betroffene häufig unter starkem Schnupfen (Rhinitis) oder an einer verstopften Nase. Weitere Erkältungssymptome wie etwa Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten [5].

Behandlung einer Erkältung, die 14 Tage andauert

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) bieten sich folgende Behandlungsmöglichkeiten an:

  • Als Hausmittel wirken Nasenspülungen mit Salzlösungen, welche die Schleimhäute befeuchten und beruhigen. Auch das Inhalieren von ätherischen Ölen wie Pfefferminz- oder Eukalyptusöl, das Trinken von Kräutertee, z.B. Salbei und Kamille, sowie pflanzliche Mittel wie Teebaumöl können der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung entgegenwirken. All diesen pflanzlichen Mitteln werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen zugeschrieben [6][7][8].
  • Häufig werden Cortison-Präparate vom Arzt verschrieben, die lokal die Entzündung eindämmen sollen [9].
  • Auch ein operativer Eingriff unter Vollnarkose kann eine wirkungsvolle Strategie sein. So können die Nasengänge operativ erweitert werden [10].

Handelt es sich hingegen um eine allergische Rhinitis, stehen z. B. die folgenden Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Empfohlen wird der Einsatz von Antihistaminika. Bei Histamin handelt es sich um ein körpereigenes Hormon (Botenstoff), das im Rahmen von allergischen Reaktionen ausgeschüttet wird. Es begünstigt die Entstehung von Entzündungen und lässt die Schleimhäute anschwellen. Antihistaminika blockieren die Histamin-Rezeptoren (Fühler) im Körper, sodass Histamin dort nicht mehr binden und seine normale Wirkung entfalten kann [11]. Dazu gehören Wirkstoffe wie Azelastin und Levocabastin. Diese Wirkstoffe werden als Nasensprays eingesetzt, z. B. in Vividrin® akut, Allergodil® und Livocab®. Auch entzündungshemmende Cortison-Präparate (z. B. Beclomethason oder Fluticason) als Nasenspray können bei länger anhaltenden Beschwerden zum Einsatz kommen [12]. Beschwerden durch Heuschnupfen können langfristig durch eine Hyposensibilisierung (allergenspezifische systemische Immuntherapie) gelindert werden. In diesem Fall wird dem Betroffenen das Allergen in steigenden Dosen zugeführt, damit sich der Körper langsam daran gewöhnen kann [13].

Zu beachten

Generell sollten sich die Beschwerden einer Erkältung nach sieben Tagen bessern. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn Husten und Heiserkeit länger als zwei Wochen bestehen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden [14].

Bei Schwangeren kann es sich bei einer länger als 14 Tage andauernden Erkältung um eine Schwangerschaftsrhinitis handeln. Dies entsteht durch hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft und klingt meist kurz nach der Geburt von selbst ab [15]. Auch sollten Schwangere bei der Medikamenteneinnahme vorsichtig sein [16].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung