Erkältung: Im Alltag

Bei Erkältung in die Therme?

© PantherMedia / Larry Malvin

In den kühlen Wintermonaten schätzen viele die Wärme einer Therme. Allerdings sind in dieser Zeit Erkältungskrankheiten sehr verbreitet.

Im Folgenden werden die medizinischen Fakten rund um die Frage erläutert, ob man bei einem grippalen Infekt in die Therme gehen kann, ohne den Genesungsprozess zu gefährden. Des weiteren wird der biologische Zusammenhang erläutert und schließlich dargestellt, welche Besonderheiten es zu beachten gilt.

Medizinische Fakten

Jede Schwächung des Immunsystems macht den menschlichen Organismus für Erkrankungen, wie beispielsweise grippale Infekte, anfällig. Diese Schwächung kann durch eine Verkühlung entstehen und dementsprechend durch rechtzeitiges Aufwärmen verhindert werden. Hat sich eine Erkältung aber bereits im Körper ausgebreitet, ist das Immunsystem mit der Bekämpfung des Krankheitserregers beschäftigt und würde durch zusätzliche äußere Reize stärker belastet werden.[1] Die warmen Temperaturen eines Thermalbades stellen für den Körper eine solche Belastung dar.[2] Dies birgt die Gefahr, dass bestehende Infekte verschlechtert werden oder weitere Infektionen hinzukommen.[3] So kann sich beispielsweise eine Mittelohrentzündung (Otitis media), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder selten sogar eine Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln.[4] Absolut kontrainduziert ist ein Thermenbesuch bei Fieber (Pyrexie) .[5] Als Fieber wird eine Körpertemperatur von über 38°C angesehen.[6] Neben den negativen Folgen für den Verlauf der Krankheit, ist die Belastung für den Kreislauf sehr groß.[7] Bei dem ohnehin bereits geschwächten Organismus drohen als Folge auf die Temperaturbelastung ein Kreislaufkollaps und im Extremfall Bewusstlosigkeit.[8]

Biologischer Zusammenhang

Die Einwirkung von Wärme aus der Umgebung, z.B. durch warmes Thermalwasser, kann für den Körper eine Art Stresssituation bedeuten. Dies geht mit einer kurzfristigen Unterdrückung des Immunsystems einher.[9] Diese Reaktion des Körpers kann durch eine vermehrte Kortison-Ausschüttung bei Stress erklärt werden.[10] Kortison bewirkt als sogenanntes Stresshormon die Freisetzung von Energiereserven aber verringert unter anderem auch die Aktivität der Immunzellen.[11] Besteht neben den typischen Erkältungssymptomen wie Schnupfen (Rhinitis) , Husten (Tussis) und Kopfschmerzen (Cephalgie) noch Fieber (Pyrexie), so ist die Temperaturregulation des Körpers auch ohne zusätzliche Reize durchaus als belastend einzuordnen.[12] Die erhöhte Körpertemperatur ist im Rahmen der Erkältung durchaus als natürlicher Bestandteil der Immunreaktion anzusehen. Sie steigert die Aktivität des Immunsystems und beschleunigt die Abwehr der Krankheitserreger.[13] Beeinflusst die Wärme eines Thermalbades über die Körperoberfläche nun von außen zusätzlich den Wärmehaushalt des Körpers, kann der Körper möglicherweise nicht angemessen reagieren.[14] Die Folge können Kreislaufprobleme sein.[15]

Zu beachten

Bei dem Vollbild eines grippalen Infekts sollte folglich keine Therme aufgesucht werden.[16] Generell ist bei chronisch kranken Menschen, z.B. mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch bei einer Schwangerschaft, Vorsicht geboten und eine Rücksprache mit dem Arzt empfohlen[17]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung