Erkältung: Im Alltag

Erkältung und die Pille

© PantherMedia / Bernd Schmidt

Eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) wirkt sich nicht negativ auf die Wirkung von hormonellen Präparaten zur Empfängnisverhütung (Kontrazeptiva), der sogenannten „Pille“, aus. Es muss jedoch eine mögliche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten bedacht werden. Auch bei Erbrechen und Durchfall ist Vorsicht geboten, wie im Folgenden erklärt wird.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt mit den typischen Symptomen wie Schnupfen (Rhinitis) , Husten (Tussis) und teilweise Fieber (Pyrexie) beeinträchtigt die Wirkung der Pille nicht. Manchmal gehen Erkältungen jedoch mit Magen-Darm-Beschwerden einher. Wenn Erbrechen (Emesis) und Durchfall (Diarrhoe) weniger als vier Stunden nach Einnahme der Pille auftreten, ist die Wirkung der Pille nicht sicher gewährleistet.

Manche Medikamente zeigen Wechselwirkungen mit der Pille, die für eine sichere Verhütung von Schwangerschaften beachtet werden müssen. Dazu gehören einige Antibiotika wie etwa Penicillin. Diese können die empfängnisverhütende Wirkung der Pille außer Kraft setzen.

Biologischer Zusammenhang

Die Wirkstoffe, die in der Pille enthalten sind, gelangen über Magen und Darm in den Blutkreislauf und werden über diesen im Körper verteilt. Durch Erbrechen und Durchfall werden diese Wirkstoffe unter Umständen aus dem Körper ausgeschieden, bevor sie vollständig aufgenommen werden konnten.Vier Stunden nach der Einnahme der Pille haben die Wirkstoffe das Verdauungssystem in jedem Fall passiert. Deswegen können Erbrechen und Durchfall die Wirkung der Pille nur in diesem Zeitraum beeinträchtigen.[1]

Antibiotika, die manchmal bei einer Erkältung mit zusätzlicher bakterieller Infektion verschrieben werden, greifen sowohl schädliche als auch nützliche Bakterien an. Neben den krankheitserregenden Bakterien wird auch die bakterielle Darmflora beschädigt.[2] Dies kann dazu führen, dass die Arzneistoffe der Pille im Verdauungssystem nicht so von Bakterien aufgespalten wird, dass die hormonellen Wirkstoffe in den Blutkreislauf aufgenommen werden können. In der Folge werden sie ungenutzt ausgeschieden. Die Einnahme der Pille kann dadurch wirkungslos werden.[3]

Zu beachten

Bei der Verschreibung von Medikamenten sollte der Arzt immer auf die Einnahme der Pille aufmerksam gemacht werden, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen. In vielen Fällen kann ein alternatives Präparat verschrieben werden, das die Wirkung der Pille nicht beeinträchtigt.

Besteht der Verdacht, dass die Pille nicht ausreichend wirksam sein könnte, sollte zusätzlich mit alternativen Verhütungsmitteln, zum Beispiel einem Kondom, verhütet werden bis die Wirkung der Pille wieder zweifelsfrei sicher gestellt ist. Die Packungsbeilage und der Arzt geben Auskunft darüber, wie bei einem Verdacht auf eine unzureichende Wirkung der Pille vorzugehen ist. Auf keinen Fall sollte die Pille ohne ärztlichen Rat abgesetzt werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung