Erkältung: Im Alltag

Erkältung und Stillen

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Von der Muttermilch einer erkälteten Mutter geht für den Säugling keine Gefahr aus. Sie enthält keine Krankheitserreger. Stattdessen beinhaltet sie viele wichtige Nährstoffe und Vitamine die einer Erkrankung vorbeugen und für das gesunde Wachstum wichtig sind.

Medizinische Fakten

Krankheitserreger die eine Erkältung auslösen sitzen primär in den Atemwegen. Die milchproduzierenden Drüsen in der Brust sind von ihnen nicht betroffen. Die Möglichkeit einer Schmier- oder Tröpfcheninfektion besteht jedoch trotzdem. Von Schmierinfektionen ist die Rede, wenn Krankheitserreger durch Körperkontakt oder andere kontaminierte Oberflächen übertragen werden. Bei einer Tröpfcheninfektion findet die Übertragung durch feinste Flüssigkeitströpfchen in der Atemluft statt.

Um eine solche Übertragung zu vermeiden, ist es für die erkältete Mutter ratsam auf engen Gesichtskontakt mit dem Kind zu verzichten. Auch regelmäßiges gründliches Händewaschen und eine Desinfizierung der Hände verringern die Gefahr der Ansteckung.[1]

Biologische Zusammenhänge

Auf das Stillen in der Phase der Erkältung komplett zu verzichten wäre nicht zu empfehlen, da die Muttermilch schützende Bestandteile enthält:

  • Verschiedene Vitamine (z.B. Vitamin C, A, E) wirken als Antioxidantien und sind sowohl für ein gesundes Wachstum als auch für eine Erkältungsprophylaxe unerlässlich.
  • Antikörper: Die Muttermilch enthält sogenannte Immunglobuline. Das sind Proteine, die normalerweise von Immunzellen des Köpers produziert werden und eingedrungene Fremdstoffe unschädlich machen. Der kindliche Organismus produziert diese nur in geringen Mengen, weshalb eine Ergänzung durch die Muttermilch nötig ist. Das Neugeborene erfährt so eine passive Immunisierung gegen Krankheiten, die die Mutter bereits durchgestanden hat. (Säuglinge können im Gegensatz zu Erwachsenen ganze Proteine durch ihre Darmschleimhaut aufnehmen. In Erwachsenen werden diese zunächst in Ihre Bestandteile, die Aminosäuren, abgebaut.)
  • Lysozym: Dieses Glykoprotein zerstört die Zellwände von Bakterien und schützt das Neugeborene damit direkt vor Krankheitserregern.
  • Weiße Blutkörperchen: Die Muttermilch enthält außerdem ganze Zellen des Immunsystems. Darunter befinden sich normale „Fresszellen“ (Makrophagen) aber auch spezialisierte Lymphozyten, die als Killer- oder Gedächtniszellen fungieren können.
  • Bifidusfaktor: Dabei handelt es sich um ein Glykoprotein, welches die Besiedlung des kindlichen Darms mit nützlichen Bakterien begünstigt und einen Befall durch krankmachende Bakterien verhindert.
  • Lactoferrin: Dieses Glykoprotein bindet Eisen, welches wiederum für viele Bakterienstämme eine Voraussetzung zum weiteren Wachstum ist.
  • Wasser: Muttermilch besteht zu 88% aus Wasser. Eine ausreichende Wasserversorgung ist für das Wachstum, aber auch zur Erhaltung der kindlichen Gesundheit unverzichtbar.[2]

Zu beachten

[2] Bei einer Behandlung der Erkältung mit Hausmitteln wie beispielsweise Tee, Erkältungsbäder, etc. besteht keine Gefahr für das Kind. Lediglich Salbei-Tee kann zu einer verringerten Milchproduktion führen. Sollte jedoch die Einnahme von Medikamenten notwendig werden, so muss diese unbedingt vorher mit einem Arzt abgesprochen werden, um schädigende Wirkungen für das Kind ausschließen zu können.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung