Erkältung: Im Alltag

Fitnessstudio trotz Erkältung?

© PantherMedia / Arne Trautmann

Während einer Erkältung bzw. eines grippalen Infektes sollte prinzipiell auf körperliche Belastungen wie beispielweise der Besuch eines Fitnessstudios verzichtet werden.

Die Regeneration könnte sich in weiterer Folge verzögern und zusätzlich steigt die Ansteckungsgefahr für andere Besucher des Fitnessstudios.

Med. Fakten:

Der Körper braucht in einer Krankheitsphase viel Energie um gegen Bakterien und Viren im Rahmen einer Entzündungsreaktion ankämpfen zu können.

Beim Sport beispielsweise im Fitnessstudio wird viel Energie für den Muskelaufbau oder Ausdauertraining verbraucht, welche eigentlich für den Heilungsprozess in den oberen Atemwegen benötigt wird. [1]

Außerdem kommt es bei Fitnessübungen zu einer Minderdurchblutung im entzündeten Körpergebiet was sich negativ auf den Heilungsprozess auswirkt.[2]

Die Belastung beim Fitnesstraining führt zusätzlich zu einer Entzündungsreaktion in den Muskeln und in weiterer Folge zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, was ebenfalls das Abheilen der Erkältung verzögern kann.[3]

Wird dem grippalen Infekt nicht rechtzeitig Einhalt geboten, so kann es in seltenen schwerwiegenden Fällen zu einer Verschleppung der Krankheiterreger ins Herz kommen und dort eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auslösen.[4]

Diese kann Herzrhythmusstörungen und sogar im schlimmsten Fall einen plötzlichen Herztod verursachen.[5]

Vor allem im Fitnessstudio sollte bedacht werden, dass ein Übertragen der Krankheitserreger an andere Menschen über die verwendeten Fitnessgeräte erleichtert wird. [6]

Biologischer Zusammenhang:

Der Körper verwendet ATP (Adenosintriphosphat), ein kleines energiereiches Molekül, für den körpereigenen Energiehaushalt. ATP wird für sehr viele chemische Prozesse im Körper benötigt. Unter anderem auch für die Neubildung von Zellen (zum Beispiel Abwehrzellen). [7]

Außerdem wird bei körperlicher Belastung dem Entzündungsareal Blut entzogen, da für die Fitnessübungen viel Blut für die Muskulatur benötigt wird.[8]

Für den Heilungsprozess ist jedoch eine ausreichende Durchblutung notwendig um das Erkältungsgebiet mit ausreichend Sauerstoff, Energie und Abwehrzellen zu versorgen.[9]

Durch starke körperliche Belastungen kommt es zu kleinen Verletzungen (Mikroläsionen) in den Muskeln, die eine Entzündungsreaktion nach sich ziehen und vorhandene Abwehrzellen mittels Botenstoffe (Zytokine) in die Muskulatur locken. Die Entzündung in den oberen Atemwegen wird somit vermindert mit Abwehrzellen versorgt, was es Viren und Bakterien erleichtert sich auszubreiten.

Im Rahmen dieser körperlichen Belastung wird zusätzlich das sympathische Nervensystem aktiviert („Flucht und Kampf-Situation“) und es kommt zur Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, welche die spezifische Abwehr gegen Krankheitserreger abschwächen.[10]

Kommt es nun zu einer Vermehrung der Krankheitserreger im Erkältungsgebiet, können Krankheitserreger über den Blutweg weiter in das Herz verschleppt werden und einer Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) verursachen. [11]

Dadurch wird der Herzmuskel geschädigt und es kann zu einer Störung in der elektrischen Reizleitung des Herzens (Arrythmien) kommen.[12]

Zu beachten:

Eine Verkühlung bzw. grippaler Infekt sollte nach etwa 8-10 Tagen abgeheilt sein.[13] In dieser Zeit sollte zwar auf die körperliche Fitness im allgemeinen geachtet werden aber auf die körperliche Belastung im Fitnessstudio verzichtet werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung