Erkältung: Im Alltag

Bei Erkältung zu Hause bleiben?

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Oft werden Erkältungen als harmlos abgetan und Betroffenen versuchen ihren Alltag zu bewältigen und z.B. zur Arbeit zu gehen. Ist dies sinnvoll oder sollte man besser Zuhause bleiben, wenn man sich eine Verkühlung eingefangen hat? Im Folgenden werden die medizinischen Fakten rund um dieses Thema erläutert. Es wird der biologische Zusammenhang erklärt und schließlich dargestellt, was es zu beachten gilt.

Medizinische Fakten

Grippale Infekte gehören zu den häufigsten Gründen, einen Allgemeinmediziner aufzusuchen.[1] Gerade in den Wintermonaten leiden viele Menschen unter entsprechenden Symptomen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Müdigkeit und Halsschmerzen.[2] Die meisten Symptome lassen sich im Weitesten als Atemwegsinfekte beschreiben und können durch ein breites Spektrum an Erregern hervorgerufen sein.[3] Da die Ausprägung der Beschwerden individuell unterschiedlich beurteilt wird, gibt es keine einheitliche Regel, wann man bei einer Erkältung besser zu Hause bleiben sollte. Leidet die Arbeit unter den Erkältungssymptomen, beispielsweise weil Kopfschmerzen die Konzentration sehr beeinträchtigen, ist es an der Zeit, sich krank zu melden. Auch Fieber (Körpertemperatur über 38°C) ist ein deutliches Zeichen dafür, dass man lieber nicht mehr raus gehen sollte.[4] Ferner sollte auch in Betracht gezogen werden, in welchem Umfeld man arbeitet. Hat man Umgang mit alten und chronisch Kranken Menschen, deren Immunsystem nicht so effektiv Infektionen bekämpfen kann, oder auch mit kleinen Kindern, sollte man lieber schon früher zu Hause zu bleiben, als es das eigene Empfinden anraten mag.[7]

Biologischer Zusammenhang

Fieber ist ein natürlicher Bestandteil der Immunreaktion.[8] Ein fiebriger Infekt ist ein Zeichen, dass der Körper durch die Krankheit geschwächt ist. Wirken in diesem Zustand auf dem Weg zur Arbeit Kälte oder Zugluft sowie Klimaanlagen am Arbeitsplatz schwächend auf den Erkrankten ein, besteht die Gefahr einer Folgeerkrankung. So kann sich auf dem Boden eines grippalen Infektes beispielsweise eine Lungenentzündung entwickeln.[9] Fieber erhöht außerdem den Energieverbrauch des Körpers.[10] Zuhause zu bleiben ermöglicht es, mit den vorhandenen Ressourcen behutsam umzugehen. Wer in geschwächtem Zustand über seinen Kräften wirtschaftet, fällt krankheitsbedingt oft länger aus, als bei Schonung zu Hause am Beginn einer Erkrankung.[11]

Zu beachten

Das persönliche Krankheitsgefühl gibt den besten Hinweis, ob man bei einer Erkältung zu Hause bleiben sollte. Fieber und Schmerzen sind definitiv Zeichen, dass der Körper Schonung braucht. Auch sollte auf immunschwache Menschen im Arbeitsumfeld Rücksicht genommen werden. Bleibt man nicht zu Hause, sollt man sich häufig die Hände waschen und in die Ellenbeuge und nicht die Hand niesen und Husten. So ist das Risiko geringer, andere anzustecken. Gerade Händewaschen ist auch ein wichtiger Selbstschutz vor Ansteckung. Geheizte Räume sollten regelmäßig gelüftet werden.[8] Die Heizungsluft macht es den Erkältungserregern leicht, die ausgetrockneten Schleimhäute zu befallen.[9] Wer als Arbeitnehmer bei einem grippalen Infekt zu Hause bleibt, muss folgendes beachten: § 5 Absatz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.(…).“


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung