Erkältung: Symptome

Bakterielle Superinfektion bei Erkältung

© PantherMedia / Jesper Klausen

Eine Erkältung (auch grippaler Infekt) ist eine durch Viren ausgelöste Entzündung der Schleimhäute von Nase, Hals und Bronchien. In einigen Fällen kann es als Komplikation der Erkrankung zur sekundären Besiedelung der angegriffenen Schleimhaut mit Bakterien kommen. Dies wird als eine bakterielle Superinfektion bezeichnet. Dieser Artikel geht auf die zugrunde liegenden Mechanismen ein und macht auf mögliche Risiken aufmerksam.

Medizinische Fakten

Eine bakterielle Besiedelung der Schleimhäute kann den Verlauf einer Erkältungverschlechtern und zu Komplikationen (siehe unten) führen. Es kommt in der Regel zu einer stärkeren Ausprägung der Symptomatik wie Schnupfen (Rhinitis) und Husten (Tussis). Erkennbar ist das Auftreten einer bakteriellen Superinfektion an Farbe und Beschaffenheit des Nasensekretes und Auswurfes. Sie sind schleimig-eitrig und haben eine gelb-grünliche Färbung sowie einen üblen Geschmack. Parallel kommt es oft zu Fieber und starken Kopf- und Gliederschmerzen. Die Symptome können denen einer echten Grippe(Influenza), die von Influenzaviren ausgelöst wird, stark ähneln.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Eine Erkältung beginnt oft mit Frühsymptomen wie Abgeschlagenheit, Halskratzen und Schnupfen (Rhinitis). Im späteren Verlauf, bereits nach wendigen Stunden oder 1-2 Tagen, kommen dann oft Halsschmerzen (Pharyngitis), Husten (Tussis), Fieber und Kopfschmerzen hinzu. All diese Symptome werden durch eine Entzündungsreaktion der Schleimhäute von Nase, Rachen und Luftwegen verursacht. Dabei reagiert das Immunsystem auf eine örtlich begrenzte (lokale) Infektion der Schleimhäute mit Viren. Häufige Erreger sind zum Beispiel Rhino-, Parainfluenza-, Adeno- und Coronaviren.[1]

Durch die Entzündungsreaktion wird die Schleimhaut geschädigt und kann nun leicht von Bakterien besiedelt werden. Eine solche Infektion einer erkrankten Schleimhaut wird alsSuperinfektion (von lat. super- = über-) bezeichnet. Diese Besiedelung mit Bakterien ist für eine Vielzahl der komplizierten Verläufe einer Erkältung verantwortlich. Die unten stehende Tabelle gibt einen Überblick über einige Komplikationen und deren häufige bakterielle Erreger.[2]

Mandelentzündung (Tonsillopharyngitis) A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes)
Mittelohrentzündung

(Otitis media)

A-Streptokokken, Haemophilus influenzae, Pneumokokken
Nebenhöhlenentzündung

(Rhinosinusitis)

A-Streptokokken, Haemophilus influenzae, Pneumokokken, Staphylokokken

Risiken

Bestehen sehr ausgeprägte Erkältungssymptome oder die Erkrankungszeit überschreitet 7-10 Tage, so sollte ein Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Insbesondere bei übel schmeckendem, gelblich-grünem Schleim oder hohem Fieber muss an eine bakterielle Superinfektion gedacht werden. Diese macht in vielen Fällen eine erregerspezifische Antibiotikatherapie erforderlich, um oben beschriebene Komplikationen abzuwenden.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung