Erkältung: Symptome

Ohren taub bei Erkältung

© PantherMedia / Andriy Popov

Im Rahmen einer Erkältung oder eines Infektes der oberen Luftwege kann es gelegentlich vorkommen, dass Geräusche plötzlich nur noch gedämpft wahrgenommen werden können und das Gehör stark eingeschränkt ist. Wie dieses Symptom mit der Erkältung zusammenhängt und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte, wird im folgenden Text erläutert.

Medizinische Fakten:

Taube Ohren sind kein klassisches Symptom einer Erkältung. Sie können jedoch als Komplikation insbesondere bei Kleinkindern im Rahmen eines ausgeprägten Schnupfens auftreten. Dann liegt meistens eine beteiligte Mittelohrentzündung (Otitis media akuta) vor. Diese kann sich außerdem durch Ohrenschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit äußern.[1] Gelegentlich kann auch Sekret oder Eiter aus dem Gehörgang laufen.

Typische Viren für eine Erkältung sind Rhino-, Parainfluenza- oder auch Adenoviren, die auch ohne eine bakterielle Superinfektion zu Ohrenentzündungen führen können. Bakteriellen Ohrenentzündungen werden häufig von Pneumokokken ausgelöst.

Biologischer Zusammenhang:

Der Nasenrachenraum ist über die sogenannte Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) mit dem Mittelohr verbunden. Im Rahmen einer Entzündung in der Nase, wie es beim Schnupfen (Rhinitis) oder einem oberen Atemwegsinfekt der Fall ist, können Viren, seltener auch Bakterien über die Ohrtrompete in das Mittelohr aufsteigen und auch dort eine Entzündung auslösen. Dadurch schwillt die Schleimhaut an, so dass bei einer anatomisch besonders engen Ohrtrompete oder bei Kindern häufig der Übergang von Mittelohr zur Nase komplett verschlossen wird.

Bei einer Ohrenentzündung wird vermehrt Sekret abgesondert, welches normalerweise über die Ohrtrompete ablaufen kann. Ist die Ohrtrompete aber zugeschwollen, staut sich das Sekret im Mittelohr an. Da das Mittelohr normalerweise für die Schallweiterleitung vom Trommelfell über die Gehörknöchelchen bis zum Innenohr verantwortlich ist und sich durch die Flüssigkeit im Mittelohr diese Schallleitungseigenschaften ändern, fühlen sich die Ohren taub an und Geräusche werden anders wahrgenommen. Im angestauten Sekret können sich Bakterien niederlassen und vermehren, dadurch kann Eiter entstehen. Da dieser, ebenso wie zu viel klares Sekret, Druck auf das Mittelohr ausübt, kann es zu starken Ohrenschmerzen kommen.[2]

Zu beachten:

Halten die Ohrenschmerzen länger als eine Woche an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da sich sonst die akute in eine chronische Entzündung entwickeln kann.

Haben Kleinkinder immer wieder Mittelohrentzündungen, sollte unbedingt der Kinderarzt darauf angesprochen werden. In dieser Zeit lernen die Kinder das Sprechen – wenn sie sich jedoch selbst nicht hören und damit korrigieren können, kann es zu reversiblen Sprachstörungen kommen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt unter anderem zur Verminderung von Mittelohrenentzündungen die Pneumokokkenimpfung für Kleinkinder.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung