Erkältung: Symptome

Grippaler Infekt & Magen-Darm

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Ein grippaler Infekt (common cold) ist eine häufige Erkrankung, die insbesondere die oberen Atemwege betrifft und sich durch Schnupfen, Halsschmerzen und Husten äußert. Es kann zusätzlich zu einer Koinfektion des Magen-Darm-Traktes mit Bakterien oder Viren kommen, die dort Erbrechen und Durchfall verursachen.

Der folgende Text gibt zu diesem Thema medizinische Fakten, biologische Zusammenhänge und wichtige Zusatzinformationen.

Medizinische Fakten

Magen-Darm-Beschwerden treten bei einem normalen grippalen Infekt in der Regel nicht auf. Dieser ist meistens durch einen milden Verlauf mit Hustenreiz, Schnupfen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sowie subfebrilen (definitionsgemäß unter 38,5°C rektal) oder normalen Temperaturen gekennzeichnet. Zu 90% sind Viren die krankheitsauslösenden Erreger, hier insbesondere RS- (Respiratory-Syncytial-), Adeno- oder Rhinoviren.[1]

Das Immunsystem ist aufgrund der Erkältung geschwächt und damit nicht mehr effizient in der Bekämpfung neuer Keime. Kommt es nun zusätzlich zu einer Infektion mit Noro- (häufigster Erreger von Durchfallerkrankungen bei Erwachsenen) oder Rotaviren (häufigster Erreger bei Kindern), entstehen überwiegend Magen-Darm-Symptome mit Übelkeit und starken, wässrigen Durchfällen, die in der Regel ein paar Tage nach Ansteckung akut einsetzen und meist nach 3-4 Tagen wieder nachlassen.[2]

Von einem grippalen Infekt abzugrenzen ist die echte Grippe (Influenza). Diese wird durch das Influenzavirus verursacht und führt neben den klassischen, erkältungsähnlichen Beschwerden des Atemtraktes auch zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Anders als ein grippaler Infekt beginnt diese Erkrankung aber meist sehr plötzlich, mit schnell ansteigendem Fieber sowie generalisierter Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen. Der Verlauf ist meist langwieriger und im Vergleich zu einer Erkältung heftiger.

Biologischer Zusammenhang

Kommt es zu einer Infektion mit Noro- oder Rotaviren, führen die Erreger im Magen-Darm-Trakt zu einer Verschiebung des Salzhaushaltes. Es wird über die Darmwand vermehrt Chlorid ausgeschieden, was einen Nachfluss von Wasser in den Darm bewirkt. Es entsteht ein wässriger Durchfall, der auch als sekretorische Diarrhoe bezeichnet wird. Da die Viren die Darmoberfläche nicht durchdringen können (nicht invasiv), kommt es zu keiner Zerstörung der Darmwand, sodass Blutbeimengungen und Schmerzen in der Regel ausbleiben. Diese sind eher typisch für invasive Keime wie bestimmte Stämme des E.coli Bakteriums. Die Symptomatik sistiert in der Regel innerhalb von ein paar Tagen von selbst. [2]

Zu beachten

Noro- und Rotaviren sind hochinfektiös, sodass schon eine Erregerzahl von 10-100 Viren zu Beschwerden führen kann. Sie überleben auch gerade in der kalten Jahreszeit bis zu Wochen und werden über Schmier- und Tröpfcheninfektionen übertragen. Besonders wichtig sind daher ausreichende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, Abkochen von Wäsche und Vermeiden von Händeschütteln. [3]

Gerade bei alten Menschen und Kindern ist aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes auf eine ausreichende Zufuhr zu achten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung