Erkältung: Symptome

Lippe geschwollen bei Erkältung

© PantherMedia / Karel Miragaya

Ursache einer Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) sind in den allermeisten Fällen Viren. Manchmal kann es jedoch auch zu bakteriellen Superinfektionen kommen. Wird diese Infektion mit Antibiotika behandelt, kann es bei manchen Menschen zu allergischen Symptomen kommen. Folge kann Ödembildung mit Lippenschwellung sein, die in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden sollte.

Wie es dazu genau kommt und welche Gefahren dabei bestehen, soll hier geklärt werden.

Medizinische Fakten

In 70 % der Fälle wird eine Erkältung durch Viren ausgelöst, hauptsächlich durch Adeno-, Entero-, Parainfluenza-, Coxsackie sowie Rhinoviren.[1] Nach einer kurzen Inkubationszeit ( Zeit vom Erstkontakt mit den Erregern bis zu den ersten Symptomen) von 2-4 Tagen kommt es zu Symptomen wie Halsschmerzen (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis) und Heiserkeit(Dysphonie). Eine virale Erkältung wird nicht mit Antibiotika behandelt.

Anders sieht dies bei einer bakteriellen Superinfektion aus. Meist kommt es dabei zu einer bakteriellen Besiedelung (S. pneumoniae, S. aureus, H. influenzae)[2] der oberen Atemwege (Trachea, Bronchien oder Lunge) und in dessen Folge zu den typischen Erkältungssymptomen. Ist die Diagnose „bakterieller Infekt der oberen Atemwege“ gestellt, ist ein hochwirksames Antibiotikum (beispielsweise Moxifloxacin) angezeigt.[3]

Manche Menschen können allerdings auf Antibiotika allergisch reagieren.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Antibiotika können die Vermehrung von Bakterien stoppen (bakteriostatisch) oder sie direkt abtöten (bakteriolytisch). Dabei können die Medikamente dieZellwand der Keime auflösen oder spezifische Enzyme, die zum Überleben oder zur Vermehrung benötigt werden, blockieren. Manche Menschen können dabei direkt auf Antibiotika allergisch reagieren (Allergen). Auch eine Reaktion aufSubstanzen, die bei der Zerstörung der Bakterien frei werden, ist möglich. Durch den Kontakt solcher Substanzen mit Immunglobulinen (z.B.: IgG, IgA, IgE) kommt es zur Aktivierung von speziellen Immunzellen (Mastzellen, Mastozyten). Diese schütten große Mengen von Histamin aus, was dazu führt, dass sich Gefäße erweitern und Wasser in das umliegende Gewebe gelangt. Eine Ödembildung und manchmal starker Juckreiz sowie ein Ausschlag können die Folgen sein.[4]

Findet die Ödembildung im Gesicht statt, kann es zu geschwollenen Lippenkommen. Auch die Augen können zuschwellen, genauso wie die Schleimhäute in der Nase oder des Rachens (Pharynx).

Risiken

Kommt es nach der Einnahme von Medikamenten während einer Erkältung zugeschwollenen Lippen, sollte dies umgehend mit einem Arzt abgeklärt werden. Wenn die Ödembildung im Hals (Pharynx) oder Kehlkopfbereich (Larynx) stattfindet, kann es zu akuter Atemnot kommen, die unter Umständen lebensbedrohlich sein kann.

Bei bekannter Überempfindlichkeitsreaktion muss dem Arzt diese (auch mit Art des Medikaments/Antibiotikums) mitgeteilt werden. Eine zukünftige Exposition(d.h. Kontakt) mit dem Allergen sollte unbedingt vermieden werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung