Erkältung: Symptome

Herzrasen bei Erkältung

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Entzündung der Nasennebenhöhlen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber – die Symptome einer Erkältung (in Österreich auch Verkühlung genannt) sind vielfältig. Dennoch zählt in der Regel eine erhöhte Pulsfrequenz (Tachykardie) nicht dazu. Im Folgenden soll nun die Tachykardie bei Erkältungen hinsichtlich der medizinischen Grundlagen, dem biologischen Zusammenhang und den möglichen Risiken näher betrachtet werden.

Medizinische Fakten

Als Tachykardie wird eine erhöhte Herzfrequenz beschrieben. In der Regel werdenFrequenzen über 90 Schlägen pro Minute als tachykard bezeichnet. Bei Menschen mit niedrigem Ruhepuls (50-60 Schläge/Minute) kann dieser Wert allerdings geringer sein (etwa bei 70 Schläge/ Minute).

Auslöser für einen schnellen Herzschlag sind:

  • Adrenalin
  • Aktivität des Nervus Sympathikus
  • Schilddrüsenhormone

Liegt der Wert der Herzfrequenz bei über 160 Schlägen pro Minute, verkürzt sich die Diastole (Zeit, in welcher die Füllung des Herzens mit Blut stattfindet) und dieAuswurfleistung des Herzens sinkt.

Bei 180 Schlägen pro Minute wird von einer Herzinsuffizienz gesprochen, bei welcher der Puls kaum noch tastbar ist. [1]

Biologischer Zusammenhang

Tritt eine Tachykardie bei einer Erkältung auf, kann dies auf die Erhöhung der Körpertemperatur zurückzuführen sein. Fieber ist eine häufige Begleiterscheinung eines grippalen Infekts.

Der Körper will diesem Temperaturanstieg entgegenwirken, indem er versucht, über eine Weitstellung der oberflächlichen (peripheren) Gefäße, Wärme an die Umgebung abzugeben. Infolgedessen sinkt der Blutdruck und der Blutstrom verlangsamt sich. Das Herz reagiert auf diesen Vorgang mit einer reflektorisch gesteigerten Schlagfrequenz (Reflextachykardie). [2]

Risiken

Da eine Erhöhung der Herzfrequenz eine Mehrbelastung für das Herz bedeutet, sollte einer längerfristigen Tachykardie generell entgegengewirkt werden. Dies kann medikamentös bzw. über Atemtechniken erfolgen. Ist der schnelle Herzschlag jedoch einer Erkältung zuzuschreiben, sind normalerweise keine Medikamente notwendig, da die Tachykardie nur von begrenzter Dauer ist. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Ruhe für den geschwächten Körper helfen hier meist weiter. Halten die Symptome länger als eine Woche an und sind mit Leistungsabfall, Muskelschmerzen oder Kurzatmigkeit verbunden, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr einer sich entwickelnden Herzmuskelentzündung (Myokarditis) besteht.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung