Erkältung: Symptome

Brustschmerzen bei Erkältung

© PantherMedia / Weerayut Kongsombut

Im Verlauf einer Erkältung oder eines grippalen Infekts (österreichisch Verkühlung) können in seltenen Fällen auch Brustschmerzen auftreten, die oftmals von starkem, produktivem Husten und Fieber (>38,5 °C) begleitet werden. [1] Im Folgenden werden die medizinischen Unterscheidungen und Hintergründe von Brustschmerzen in Folge einer Erkältung erläutert und die Risiken dargestellt.

Medizinische Fakten

Brustschmerzen sind in der Regel kein typisches Symptom einer Erkältung. Aufgrund von starkem Husten kann es aber durchaus zu Schmerzen in der Brust kommen. Die Brustschmerzen rühren in diesem Fall daher, dass durch den Husten die Muskeln in den entsprechendem Bereich stärker als gewöhnlich gefordert werden. Durch diese Belastung können Muskelverspannungen und dadurch Schmerzen auftreten.

Entwickeln sich im Verlauf einer Erkältung atemabhängige Brustschmerzen, die sich besonders bei der Einatmung (Inspiration) äußern, sowie eitriger Auswurf beim Husten und hohes Fieber, so hat sich die Infektion wahrscheinlich im ganzen Körper ausgebreitet. [2] Die Entzündung kann vom Rachenbereich leicht über die Luftröhre (Trachea) ziehen und dort eine Luftröhrenentzündung (Tracheitis) verursachen. Breitet sie sich weiter bis zu den Bronchien aus, entsteht eine Bronchitis. Gelangt die Entzündung schließlich weiter bis zur Lunge oder dem Brustfell, kann es zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder einer Entzündung der Pleura (Pleuritis) kommen.

Die Entzündungen im Körper gehen mit einer Funktionsstörung des betroffenen Gewebes oder Organs einher. Am eben beschriebenen Beispiel wären das z.B.:

  • das Brustfell (Pleuritis)
  • das Lungengewebe (Pneumonie) [3]

Wirkungsweise (biologischer Zusammenhang)

Starke Hustenattacken führen in manchen Fällen zu Verspannungen der Muskulatur (Mylagie). Betroffen sind dabei die Muskeln des Brustkorbs und auch die des Rückens. Aus diesem Grund gehen die Brustschmerzen oft mit Rückenschmerzen einher. [4]

Bei einer Pleuritis kommt es durch die Infektion zu einer Veränderung des Brustfells (Pleura), wodurch sich die einzelnen Schichten des Gewebes aufrauen, bei der Atembewegung aneinanderreiben und dadurch gereizt werden. Diese Reizung löst nach kurzer Zeit den starken, stechendenBrustschmerz aus. [5] Durch diese Schädigung wird die körpereigene Abwehrin Gang gesetzt. Es werden Botenstoffe ausgesandt, welche die Symptome einerEntzündung (z.B. die Rötungen oder Schwellungen) bewirken. Diese Botenstoffe haben verschiedene Funktionen. Meist führen sie zu einer erhöhten Durchlässigkeit (Permeabilität) der Blutgefäße, einer Erwärmung der betroffenen Stellen und einer bessere Flüssigkeitsversorgung der Region. Das dient dem Zweck, die geschädigten Zellen zu entfernen und gesunde Zellen zu schützen. Im Anschluss erfolgt eine Erholung des Gewebes, bei der wieder neue Zellen gebildet werden.[ 6]

Kommt es jedoch zur Pneumonie, so erleichtert die Erkältung zumeist noch weiteren Erregern den Zugang zum Lungengewebe. Dadurch kommt es zu einem tiefen Befall der Lunge mit Krankheitserregern, wobei auch feinste Luftröhrenäste (Bronchiolen) und Lungenbläschen (Alveolen) betroffen sind. [7] Eiterproduktion an diesen Stellen sowie hohes Fieber sind Zeichen einer Immunreaktion auf die tiefe Infektion. [8]

Risiken

Sowohl die Brustfellentzündung als auch die Lungenentzündung erhöhen dasRisiko von Komplikationen im Verlauf der Erkältung deutlich; aus diesem Grund ist sofort ein Arzt aufzusuchen. In seltenen Fällen kann es durch eine fehlende oder falsche Behandlung zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Eine Sepsis entsteht durch die Ausbreitung des Erregers oder seiner produzierten Gifte auf das Blut und damit auf andere Teile des Körpers. Sie sollte sofort behandelt werden. [9]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung