Erkältung: Symptome

Tinnitus bei Erkältung

© PantherMedia / Syda Productions

Die Erkältung oder auch Verkühlung ist die häufigste Infektionskrankheit des Menschen: Ein durchschnittlicher Erwachsener erkrankt 2-3x pro Jahr. Die Krankheit geht mit Symptomen wie Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis) und Halskratzen (Pharyngitis) einher. In einigen Fällen kann es bei einem grippalen Infekt zur Mitbeteiligung des Mittelohrs kommen, was zu pfeifenden Ohrgeräuschen (Tinnitus aurium) führen kann. Dieser Artikel geht näher auf die zugrunde liegenden Mechanismen, biologischen Zusammenhänge und Risiken ein.

Medizinische Fakten

Ein ausgeprägter Tinnitus gehört nicht zu den typischen Symptomen einer einfachen Erkältung. Das Auftreten dieses Symptoms ist fast immer ein Hinweis auf eine Mitbeteiligung des Mittel- oder Innenohres. Insbesondere, wenn zusätzlich starke Ohrenschmerzen bestehen, sollte an eine Mittelohrentzündung (Otitis media) gedacht werden.

Bei der Mittelohrentzündung handelt es sich um eine meist bakterielle Infektion des Mittelohrs. Typischerweise kommt es zu starken Schmerzen, einer Hörminderung auf der betroffenen Seite und einer Rötung des Trommelfells. Weitere häufige Symptome einer Mittelohrentzündung sind:

  • Hohes Fieber
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Druckgefühl
  • Ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Der Nasen-Rachen-Raum (Nasopharynx) ist über die Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) mit dem Mittelohr verbunden.[1] Sie hat beim Erwachsenen eine Länge von ca. 3-4 cm und dient dem Druckausgleich des Mittelohrs mit der Umgebung. Dies ermöglicht das Hören bei unterschiedlichen Umgebungsdrücken und Höhenlagen. Außerdem können über die Ohrtrompete Eiter und andere Flüssigkeiten aus dem Mittelohr ablaufen (Mittelohr-Drainage).[2]

Besteht eine Erkältung, können Bakterien durch diese Verbindung vom Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr aufsteigen. Dies führt zu einer örtlich begrenzten (lokalen) Immunantwort. Kommt es anschließend durch Schleimhautschwellung zu einem Verschluss der Ohrtrompete, kann entstehender Eiter nicht abfließen, sammelt sich im Mittelohr an und dient dort als Nährboden für eine bakterielle Infektion (Mittelohrentzündung, Otitis media). Der Eiter verhindert eine normale Schallweiterleitung im Mittelohr und verstärkt die Entzündungsreaktion. Es kommt zu einer Hörminderung, Fieber und in einigen Fällen zu Tinnitus. Bei Kindern ist die Wahrscheinlichkeit einer Mittelohrentzündung als Komplikation einer Erkältung erhöht, weil die Ohrtrompete kürzer und weiter ist als bei Erwachsenen.[3]

Risiken

Eine Erkältung geht häufig mit etwas Druckgefühl der Ohren einher, weil die Ohrtrompete durch Schleimhautschwellung verschlossen wird. Bei manchen Betroffenen kann dies zu einem leichten Tinnitus führen. Bei starker Ausprägung oder zusätzlichem Auftreten weiterer Symptome sollte unbedingt ein Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, um eine bestehende Mittelohrentzündung gegebenenfalls rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Unbehandelt kann eine Mittelohrentzündung zum Beispiel auf Knochen in der Nähe übergreifen (Mastoiditis) oder durch eine Innenohrschädigung zur unumkehrbaren (irreversiblen) Taubheit führen. [4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung