Erkältung: Symptome

Erkältung & Herz

© PantherMedia / Robert Bayer

Während einer Erkältung (grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) kommt es zu einem Befall der Atemwegsschleimhäute durch Viren. Dabei können die Erkältungserreger unter Umständen mit dem Blut bis zum Herzen transportiert werden und auch dort einen Entzündungsprozess auslösen. Die medizinischen Fakten, der biologische Zusammenhang und die möglichen Risiken werden im Folgenden dargelegt.

Medizinische Fakten

Bei körperlicher Schonung dauert eine Erkältung in der Regel ca. 10–14 Tage. Sie ist selbstlimitierend und heilt normalerweise komplikationslos aus. Wird der Körper in dieser Zeit allerdings zu stark belastet, kann das Immunsystem sich nicht ausreichend um die Infektionsabwehr kümmern. Im schlimmsten Falle breiten sich die Erreger weiter im Körper aus und verursachen eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis). [1]

Die Herzmuskelentzündung entwickelt sich durch fehlende körperliche Schonung bei Erkältung. Daher sind Sportler, die nach einer Erkältung zu schnell wieder mit intensivem Training beginnen, besonders gefährdet. Nach einer Erkältung sollte deshalb immer so lange auf Sport verzichtet werden, bis alle Symptome vollständig abgeklungen sind. In der Regel dauert dies nicht länger als drei Wochen. Gegen das Verrichten von alltäglichen Aufgaben sowie gegen Spaziergänge ist jedoch nichts einzuwenden.

Da die Symptome der Herzmuskelentzündung sehr unspezifisch und einer Erkältung sehr ähnlich sind, wird die Myokarditis meist spät erkannt:

  • Müdigkeit und körperliche Schwäche
  • Fieber
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhter Plus (Tachykardie) [2] [3]

Biologischer Prozess

Wird das Herz durch körperliche Anstrengung stark belastet, ist es anfälliger gegenüber Krankheitserregern. Verschleppte Viren können sich in der Herzmuskulatur einnisten und vermehren. Als Antwort auf diese Erregervermehrung kommt es am Herzen zu einer Entzündungsreaktion. Viele Zellen des Immunsystems (Leukozyten) wandern zum Herzen, um die Erreger dort zu bekämpfen. Im Zuge der Entzündungsreaktion, welche die Erreger bekämpfen soll, kann auch der Herzmuskel angegriffen werden. Da die Herzmuskulatur nicht fähig ist, neue Herzmuskelzellen zu bilden, werden Schäden durch funktionsloses Narbengewebe ersetzt.

Wird die Herzmuskelentzündung nicht angemessen (adäquat) durch Ruhe und – je nach Ermessen des Hausarztes – geeignete Medikamente behandelt, kann es zu Komplikationen wie dem Fortbestehen von Rhythmusstörungen bis hin zu Herzversagen kommen.

Risiken

Um eine Herzmuskelentzündung von vornherein zu vermeiden, empfiehlt es sich,während einer Erkältung gänzlich auf Sport zu verzichten und den Körper für die gesamte Dauer der Erkältung zu schonen. Auch danach sollte erst langsam wieder mit dem Training begonnen werden.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden bei folgenden Symptomen während oder nach einer Erkältung:

  • Schmerzen in der Herzregion
  • Herzstolpern
  • Herzrasen
  • Anhalten der Erkältungssymptome über zwei Wochen hinaus ohne deutliche Besserung des Allgemeinbefindens

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung