Erkältung: Symptome

Kieferschmerzen bei Erkältung

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Kieferschmerzen, die im Rahmen einer Erkältung (auch grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung genannt) auftreten, deuten auf eine Beteiligung der Nasennebenhöhlen hin. Eine Entzündung der Nasennebenhöhle (Sinusitis) kann aufgrund der direkten Nachbarschaft zu Oberkiefer (Maxilla) und Zähnen (Dentes) auch dort Schmerzen verursachen.[1] Wie es zu diesem Schmerz kommt und welche Risiken damit verbunden sind, wird hier erläutert.

Medizinische Fakten

Beim Menschen gibt es vier paarig angelegte Nasennebenhöhlen. Dazu gehören die Stirnhöhle (Sinus frontalis), die Kieferhöhle (Sinus maxillaris), die Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidalis), sowie die Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis). Dabei haben besonders die Kieferhöhlen eine enge räumliche Beziehung zu Oberkiefer und Zähnen.[2]

Die Hohlräume stehen alle untereinander und mit der Nasenhöhle in Verbindung. Luft kann also zwischen Ihnen zirkulieren. Ihre genaue Funktion hingegen ist noch nicht abschließend geklärt. Auf jeden Fall sorgen die Höhlen jedoch dafür, dass der Schädelknochen nicht zu schwer wird und dennoch stabil ist.

Bei einer Erkältung kommt es an verschiedenen Stellen des Körpers zu lokalenEntzündungen. Diese werden in den allermeisten Fällen durch Viren verursacht(70 % der Fälle)[3], manchmal jedoch auch aufgrund von bakteriellen Infektionen. Bei einer Entzündung wird eine Vielzahl an chemischen Botenstoffen ausgeschüttet, die das Immunsystem mobilisieren sollen. Als Nebeneffekt können dabei auch Schmerzen entstehen.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Infizierte Zellen werden vom Immunsystem erkannt und abgetötet. Dabei werden verschiedene Entzündungsmediatoren freigesetzt, die weitere Immunzellen (Makrophagen, Granulozyten, Lymphozyten) anlocken. Auch wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst, die eine Schwellung, Rötung, Überwärmung und Schmerzen auslöst.

Bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen schwillt also die dortigeSchleimhaut an, wodurch der Abfluss von Schleim und Sekret (Mucus)blockiert wird. Dies lässt den Druck in den Hohlräumen steigen, wodurch zusätzlicher Schmerz erzeugt wird. Auch durch eine Lageveränderung des Kopfes, wie zum Beispiel beim Vorbeugen, tritt dieser Effekt auf.[4]

Schmerzen in der Kieferhöhle werden oft im Oberkiefer bzw. den Zähnen wahrgenommen. Dies liegt an der engen räumlichen Beziehung sowie der Tatsache, dass der untere Rand der Kieferhöhle an die obere Zahnreihe angrenzt. Durch Schwellungen in der Kieferhöhle kann ein Druck auf die Zahnwurzeln erzeugt werden, aus welchem wiederum Oberkiefer- bzw. Zahnschmerzen resultieren können.

Risiken

Risikofaktoren für eine Erkältung sind ein bereits geschwächtes Immunsystem sowie anatomische Besonderheiten, die einen regelrechten Abfluss von Sekret aus den Nebenhöhlen blockieren. Dazu gehören Verkrümmungen der Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder verengte Nebenhöhleneingänge (verengte Ostien). In dem angestauten Sekret können sich leicht Infektionen bilden und ausbreiten.

Mit dem Abklingen der Erkältung verschwinden auch die Kieferschmerzen wieder. Ein Besuch beim Arzt ist in aller Regel nicht notwendig.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung